Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Eine Proselyten-Familie aus dem vorigen Jahrhundert
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 4)
- Language
- German
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40 (fine Proselyten» Familie König neuen Glanz zu geben versprach, erfüllte mit Stolz und Hoffnung das Herz des 18jährigen patriotischen Jünglings. Allein eö sollte dieser heitere Himmel nicht langer ungetrübt bleiben. Grahnbobm vollendete seine Studien und sehnte sich nach dem Wirkungskreise praktischer BerusSthätigkeit; für diese jedoch schien die Zeit noch nicht gekommen zu sein. Sein Pflegevater wurde in die oben erwähnte Regentschaft berufen; ernste Angelegenheiten des von seinem Könige im Kampfe znrückgclaffencn Reiches machten ihn ernst und besorgt; 1705 wurde er schleunigst in das Lager des Königs von Dänemark berufen, er kehrte aber nicht mehr wieder, eine Krankheit Heftel ihn aus fremdem Boden, und Grahn» bohm wurde zum dritten Male eine Waise. Der edle Berstorbene hatte jedoch bei allem Drange der Geschäfte seines Pfleglings nicht vergessen, er empfahl ihn dem Könige, und dieser säumte nicht die Schuld für die treuen Dienste Steinbocks so viel wie möglich abzutragen, er ernannte Grahnbohm zum höchsten Civil» beamten, der Stadt Linköping׳). Er war damals 35 Jahre alt. Nun hatte er wohl seine bürgerliche Selbstständigkeit erlangt, die um so beglückender zu werden schien, als seine Mitbürger die Hochachtung, mit welcher sic ihn bei seinem Amtsantritte begrüßten, unwandelbar bewahrten und bei seinem Rechtssinn und seiner Freundlichkeit nur noch steigerten; allein gerade jetzt sollte , erst der Scelcnkampf beginnen, und der Sturm, der seines Geistes und Herzens sich bemächtigte, ward um so gewaltiger, als er mitten im ruhigen Zustand unerwartet, urplötzlich hcreinbrach. Grahnbohm hatte das seiner sterbenden Mutter gegebene Versprechen vergessen; die Jugend bot zu viele Reize und Vcrlockungcn, das großartige Drama aus der Bühne der politischen Geschichte seines Vaterlandes übte eine zu große Anziehungskraft auf Geist und Gcmnth jedes Patrioten, als daß jenes ernste Ereigniß ans frühester Kiuderzcit lange in der Erinnerung hätte fortleben können. Doch jetzt in die Sphäre bestimmter Berufs» thätigkcit versetzt, weit über die Grenze hinaus, bis wohin die schwärmerische Phantasie des Jünglings ihre Fittige ausspannt, jetzt fand der Mann Muße, seine Gedanken zuweilen in das entfernte Gebiet der Kindheit ziehen zu lassen. Da war nun ein Punkt, zu welchem immer und immer seine Gedanken sich hingezogen fühlten; er mochte alle Kraft der Reflexion dem regen 2) Im Manuscript heißt der Name יגטעפמג*?.