Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Zur Geschichte der jüdischen Religionsgespräche
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 451 (sequence 5)
- Language
- German
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Zur. Geschichte der jüdischen Neligiönsgispräche. 451 sich. Der Bisch of muthmaßte nun der Proselyt sei ein Betrüger; und es ergab sich auch" wirklich, daß der Jude schon gelaust sei. Auffallend erscheint nur, daß dieses Wunder, sich erst bei einer schismätifcheU Und nicht bei einer orthodoxen Kirche ereignetes. '5r ״•׳;׳., .. . Doch genug auf diesem Gebiete verweiltda.s hinsichtlich seiner Wunder nicht Beweisendes, und hinsichtlich seiner Beweise nicht'geistige Wunder darbietet; wir werden,,..wo die 'Polemik sich allst das talmudische Gebiet hinüberwarf, zu den christlichen Eontroversen zurückkehren. - Unsere Aufmerksamkeit wird jetzt von einer um diese Zeit sich vorbereitenden Erscheinung in Anspruch genommen, die bald tief in den Gang der Weltbegebenheiten eingreist und den Verhältnissen Asiens und Europa's eine neue Gestaltung gibt. Mohammed tritt als Gottesgesandter und Lehrer auf, und die feurigen Söhne Arabims ergießen sich in religiöser todesverachtender Schwärmerei über dessen Grenzen hinaus, stürzen siegesberauscht Throne und Reiche und tragen die Fahne des Islams, bis nach den entferntesten Enden. Blieben diese welterschütternden Vorgänge ohne Einfluß auf die Geschicke der Juden? Dem Koran wurde durch Feuer und Schwert der Weg gebahnt, ergoß sich nicht auch gegen die Juden die Wuth der Bekehrung? Die Antwort ist bekannt: Mohammed selbst hatte in einem, an den Stamm der zum Islam übergetretenen Beni Haarit Jbn Kaab gerichteten Schreiben, folgende Erklärung abgegeben: ״Jeder Jude und' Christ der zum Islam übergehet, soll als Muselmann betrachtet werden und in Allem euch gleich , sein. Diejenigen aber, die bei ihrem Glauben beharren wollen, sollen Tribut bezahlen: für jeden Erwachsenen, männlichen oder weiblichen Geschlechts, für, den Freien wie für den Selaven, einen Dinar an Geld oder an Werth. Wer diesen Tribut entrichtet, wird als Schutzgmosse Gottes und seines Propheten betrachtet"^. Despotenlaune und Willkür gefährdeten oft die Lage Einzelner in den'moslemischen Staaten, Derfolgungs- und Bekehrungssucht blieb jedoch dem Islam und seinen Bekennern fern, darum waren die Juden als Gesammtheit nicht bedrohet. Der Islam, dessen Devise nie Liebe war, errichtete keine Scheiterhaufen; 4) Basnage, Histoire des Jnifs T. 4. p. 1283. 5) Weil, Muhammed der Prophet S. 253. Frailkel, Monatsschrlft. IV. 12. 35