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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 12 · p. Seite 450

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 12
Article
Zur Geschichte der jüdischen Religionsgespräche
Date
1855-01-01
Page
Seite 450 (sequence 4)
Language
German
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450 Zur Geschichte der indischen Religionsgespräche. auch im Frankenreich in Aufnahme kam, darf nicht befremden: die allein das Wohl ihrer Völker zum Ziele sich setzenden Merovingischen Könige mußten bedacht Mn, das Maß ihrer landesfürstlichen Sorgfalt auch auf die Juden zu ergießen; und war es doch nach den graüsenerregenden Greueln, die die Regierung dieser Wütheriche bezeichnen, keine geringe Erholung, die Juden durch Religionsgespräche zu martern und sie zum Christenthum zu pressen. Was übrigens Gregor von Tours aus dem von ihm mit einem Juden gehaltenen Colloquium mittheilt, bestätigt genügend, daß es noch immer nicht dem Scharfsinne der Wortführer der Kirche gelingen wollte, die Justinischen Schranken zu überschreiten; und es ist daher die von dem fränkischen Prälaten beklagte Verstocktheit des contraversirenden Juden leicht zu erklären^). — Ein Zug, der seinen Reflex stark in die Neuzeit wirst, muß, um das Bild zu vervollständigen, noch angeführt werden. Man war sehr auf Bekehrungen erpicht; ergab sich ein Jude, ohne daß es der Mühe der Controverse bedurfte, so konnte er der mit Liebesgaben begleiteten offenen Aufnahme gewiß sein. Und da die Zeiten ändern, die Menschen aber dieselben bleiben, so gab es schon damals Manchen, für den die Liebesgaben das eigentliche Motiv waren, das er denn auch auf die mannigfachste Weise auszubeuten suchte. Ein unter der Regierung des Theodosius lebender, sich in Geldverlegenheit befindender Jude trieb einen ziemlich prositabeln Handel mit der Taufe: er ging von Secte zu Secte, und durchlief so alle im Reiche geduldeten Kirchen. Die Secten waren endlich erschöpft, und seine Geldnoth wollte noch nicht ein Ende erreichen. Da ging er zu den schismatischen Novatianern — und hier bewährte sich die wunderthätige Kraft der alten Zeit. Der Bischof, überhaupt mißtrauisch gegen Proselyten, legte ihm starkes Fasten auf; der Jude unterzog sich ihm mit solchem Eifer, daß der Bischof die Probezeit abkürzte, den Glaubenseifrigen ein weißes Kleid kaufte und Wasser in das Taufbecken gießen ließ, um ihn in den Schoos der Kirche aufzunehmen. Doch siehe! das. Wasser lief davon als der Proselyt in die Kirche trat; man untersuchte das Loch, durch welches es abgeflossen sein konnte: nirgend eine Oeffnung. Es wurde abermals Wasser eingegossen, derselbe Vorfall wiederholte 3) Greg. Turon, Hist. Franc. L. 6. c. 5.

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