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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 11 · p. Seite 429

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 11
Article
Verschiedene Theorien über das Wesen der Seele bei einigen arabisch-jüdischen Religionsphilosophen
Date
1855-01-01
Page
Seite 429 (sequence 14)
Language
German
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IRI
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Wissenschaftliche Aufsätze. 429 Rabbanite und ansgezeichnete Forscher Rabbi Joseph Aldo, beide können sich mit der Ansicht nicht befreunden, daß die Seele, nur wenn sie intellectuclle Kenntnisse erworben, zur Unsterblichkeit gelange. Denn nicht jeder hat die Mittel und das Glück Kenntnisse zu erwerben, sondern dieselben sind nur das Antheil weniger Auserwählten, die durch Erziehung und Unterricht in die Heiligthümer der Wissenschaft eingeführt werden; der größte Theil der Menschheit müßte daher auf die ewige Fortdauer verzichten. Joseph Albo (Jkkarim III, 3) spricht sich weitläufig über diesen Gegenstand aus. Erkenntnisse, die die hhlische Vernunft in eine positive Substanz verwandeln sollen, müssen vor Allem wahr sein, d. h. die subjective Anschauung muß mit der objektiven Wirklichkeit streng harmoniren (צריך שיסכים מה שהוא בנפש עם מה שהוא חוץ לנפש). — Axiome, logische und mathematische Begriffe, obschon diese jedesmal apodiktisch gewiß sind, gehören in das Gebiet jener Erkenntnisse nicht, weil sie nur Existenz in dem menschlichen Geiste haben, ihnen aber kein wirklich Gegebenes in der Außenwelt (הוץ לנפש) entspricht (vergl. Scheyer I. e. S. 91). — Dahin gehören also nur metaphysische. Erkenntnisse (דברים האלהיים). Diese aber sind wiederum niemals, apodiktisch gewiß; die Metaphysik bietet darum dem Antagonismus den freiesten Spielraum; die speculativen Bauwerke, die ein philosophisches Zeitalter aufbaut, die reißt ein anderes nieder. So gings von Thales bis aus Aristoteles, so von Aristoteles bis auf AIsarabi und Jbn Sina. Was der Eine, als wahr erkannt, das hat der Andere als falsch erwiesen. — Demnach also hätte keiner von all den großen Geistern seine hylische Vernunft zu einer wirklichen, positiven Substanz entwickelt? — Beide kommen darum darin überein, daß nur sittliches, tugendhaftes und vorzüglich religiöses Leben der Seele die Unsterblichkeit verschafft. Es ist wahr, sagt Ahron, die Bedingung der ewigen Fortdauer der Seele ist die Weisheit derselben; allein jedes Werk, dessen Vollführung einen intellectuellen Endzweck, sei es mit mehr oder weniger subjectiver Einsicht des Vollführenden, zu Grunde hat, ist ein Act der Weisheit. Wer nun die Satzungen der Religion, die allesammt einen höchst weisen Endzweck haben, befolgt, obschon er diesen Zweck nicht begreift, dessen Seel« gelangt dadurch zur Weisheit, und mithin auch zur Unsterblichkeit. — Nach Joseph Albo ist das Wesen der Seele unergründlich. Die Forschung wird sich vergebens bemühen, das geheimnißvolle Ich in unserm Busen, in seiner wahren Wesenheit zu erkennen, ebensowenig als der Forscher je das Wesen der Gottheit erkennen wird. (Jkkar.

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