Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Verschiedene Theorien über das Wesen der Seele bei einigen arabisch-jüdischen Religionsphilosophen
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 424 (sequence 9)
- Language
- German
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424 Wissenschaftliche Aussätze. des Aristoteles, welche der Erzbischof Raimund von Toledo zwischen 113V—1190 veranstaltete, einem Juden Namens Avendeath (Johannes hispanensis) verdankt. Mit welcher Verehrung Maimuni an den Stagiriten hing, bezeugt unter Andern: eine Stelle in den Jggerot (p. 13. ed. Brünn). Aber trotzdem würde man sehr irren, wollte man (wie es Schmölders von der arabischen Philosophie überhaupt gethan) von Maimuni behaupten, er sei nur ein blinder Nachtreter und Nachbeter des Aristoteles gewesen. Moses ben Maimun formulirt folgender Gestalt die metaphysischen Fragen in Bezug der Seele: מה היא הנפש, was ist die Seele — materiell oder immateriell, Substanz oder Accidenz? — ואיך התחדשה בגוף, Präexistenz oder Coexistenz? — ואם נפש האדם תפרה, ist sie sterblich oder unsterblich? — ואיך תפרד, ובמה יזה, ואל מה זה — Wodurch wird die Seele unsterblich, und wie ist diese Unsterblichkeit zu denken: persönliche Fortdauer oder Auflösung in den allgemeinen Weltverstand? — (More I, c. 34.) Was ist die Seele? Maimuni schließt sich, sowie Jehuda Halewi, der Definition des Aristoteles an. Die Seele verhält sich zum Körper wie die Form zur Materie (נפש כל בשר היא צורחו שנתן לו האל). Wir haben bereits die Quelle genannt, an der die aristotelischen Theorien über die Seele geschöpft wurden. Es ist die von uns hier oft erwähnte Schrift De anima. Die letzten Abschnitte dieser Schrift, in denen über die Beschaffenheit des rationellen Seelenvermögens abgehandelt wird, leiden aber an so großer Dunkelheit, daß die neuere Kritik dieselben als interpolirt betrachtet. Dieser Dunkelheit ist es auch zuzuschreiben, daß sich hier der Aristotelismus in mehrere Heerlager theilte. Aron ben Elia (Ez chaim p. 190) nennt vier verschiedene Theorien: die des Alexander aus Aphrodisias, Themistius, Jbn Roschd, und endlich die des Alfarabi. — Am divergirendsten jedoch waren die Theorien der beiden Erstcren, und am bedeutendsten der Einfluß, den sie auf ihre Nachfolger ausgeübt. Alexander (lebte im 3. Jahrh. der übl. Zeitr.) fand in der aristot. Definition der Seele einen Widerspruch. Denn Aristoteles nennt die Seele eine Form und zugleich auch eine Substanz (’ A.vayxcdov apa TY)V vfjUXTjV oüffuxv thlXl, OC Sl&0$ <jW[J.aTOt; Pvsexoi). 1. c. II, 1,). — das Gebet, das Salomon Luria gesehen, dasselbe sein, das Joseph Albo (Jkkarim IV, Abschn. .24) im Namen des ״Weisen" anführt, und das er als *ein höchst vorzügliches anrühmt: ולזר. יחיד. מבחר התפלח מה שהיד. מתפלל החכם• ואמר רבש״ע עשה רצונך בשמים ממעל ותן נחת חח ליראיך מתחת וחטוב בעיניך עשר.. (Dieses ist aber das Gebet des R. Elieser. vgl. Berach: SS. Tosifta das. c. 3. D. Red.)