Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Verschiedene Theorien über das Wesen der Seele bei einigen arabisch-jüdischen Religionsphilosophen
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 423 (sequence 8)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 423 Niemand in die aristotelischen Philosopheme. hineingelebt, und auch Niemand solch scharfsinnige Anwendung von diesen Philosophemen auf jüdische Theologie zu machen gewußt, als der unsterbliche Verfasser des ״More", dieses tiefsinnigen Werkes, ״durch dessen Studium die größten Geister unter den neEn Juden, Spinoza, Mendelssohn, Salomon Maimon und viele Andere in das Heiligthum der Philosophie eingeführt wurden" (Munk). Wie man einst von Philo, dem geistreichen jüdischen Platonikcr sagte: 7ן $lXc*>v r\ IlXatov cpt,Xcm£st,, ״entweder Philo ahmt den Plato nach, oder Plato den Philo", um die innige Anschmiegung der jüdisch-alexandrinischen Philosophen an die platonischen Anschauungen, und die höchst originelle Anwendung, die er von denselben zu machen verstand, ganz lebendig zu bezeichnen: so könnte man ein Aehnliches von Maimonides im Verhältniß zu dem großen Schüler des Plato, Aristoteles aus Stagira, sagen. Es ist bekannt, daß Aristoteles der Führer der ganzen arabischen Philosophie wurde. Die jüdischen Schriftsteller nannten ihn, ebenso wie ihre muhammedanischen Zeitgenossen, geradhin den ״Weisen" (החכם) oder den ״Philosophen" (* * 6 7(הפילוסוף). Die außerordentliche Verehrung von jüdischer Seite gegen diesen griechischen Geistesheros ging so weit, daß sogar eine Sage austauchte, nach der Aristoteles zum Judenthume übergetreten sein fotH). Bekannt ist es auch, daß man die bessere lateinische Version Kordova". — Wer war dieser Letztere? Vgl. hierüber Kesses Mischne hilchot Tephilin in. § 5. — 6) Das griechische Wort ״Philosoph" erlangte sehr frühe sein Bürgerrecht in der Sprache der jüdischen Denker. Schon der Talmud verlieh ihm das Jncolat (s. Sal. 116a. Aboda Sara 54b. Derech erez. c. III). Der Wortbedeutung nach heißt dasselbe bekanntlich ״Freund der Weisheit"; die Tosafot zu Sabbat 1. e. übersetzen es daher ganz richtig in ד,יד חכמת; während es im Aruch durch חוזה בכוכבים wiedergegeben wird. Pythagoras soll der Erste gewesen sein, welcherstatt des Namens eines Weisen sich lieber den bescheidenem Titel eines Freundes der Weisheit beigelegt hat, ähnlich wie sich der jüdische Gelehrte nicht חכם, sondern תלמיד חכם nannte. — 7) V. שלשלת הקבלה p. 83. — Nabbi Salomo Luria klagt gegen Nabbi Moses Jsserles darüber, daß er in den Andachtsbüchern vieler Talmudscholaren ein ״Gebet des Aristoteles" eingezeichnet gefunden (תשובות ר״מא ed. Krakau p. 10 b) ועתה אני הגבר ראיתי כתוב בתפלות ובסידורי הבחירים רשום בהן תפלת אריסטו. Was mochte dies wohl für ein Gebet gewesen sein, das Rabbi Salomo gesehen haben will? Man vergl. die in vielen Beziehungen interessante Rückantwort des N. Mos. Jsserles (das. S. 12 ff.), wo er über den fraglichen Gegenstand Folgendes schreibt: ומד. שכתב אדוני שמזה נמשך שמקצת בחודים מתפללים בתפלת אריסטו אומר חם לי ולזרעא דאבא לראות כזר, ולא למחות ..... אבל אנכי מימי לא ראיתי ולא שמעתי עד כה. ולולי פי המדבר אדוני אלי לא חאמנתיו .... Vielleicht dürfte