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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 11 · p. Seite 419

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 11
Article
Verschiedene Theorien über das Wesen der Seele bei einigen arabisch-jüdischen Religionsphilosophen
Date
1855-01-01
Page
Seite 419 (sequence 4)
Language
German
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419 Wissenschaftliche Aufsätze. Denkers, in Folge seiner spekulativen Forschungen, identifizire sich mit dem allgemeinen (oder thätigen) Verstand, werde ganz eins mit ihm (1ä. I, 1. IV, 13), wodurch sie ganz natürlich der Macht des Todes entgehet. Jehuda Halewi tritt dieser Lehre entschieden entgegen. ״Aller Vernunft widerspricht die Behauptung, daß der Mensch naturgemäß der Vernichtung anheimfalle, mit Körper und mit Seele verloren gehe, und nur die Philosophen durch ihre Erkeuntniß diesem Schicksale entgehen" (I, 110). Obschon die Seele eine einfache, untheilbare Substanz ist, so sind doch ihre Kräfte mannigfach. Sowie alle arabische und Mische Aristoteliker, nach Vorgang ihres griechischen Meisters, fünf Seelenkräfte zählten, ebenso auch unser Autor. Nur herrschte unter den verschiedenen Schulen große Divergenz über die einzelnen, zn dieser Fünszahl gehörigen Kräfte. (Vgl, Philippson, Predigtn. Schul-Magazin. Leipzig 1854. S. 438.) Unser Autor eignet der animalischen Seele folgende fünf Kräfte zu: 1) Das Gemeingefühl (התשה המשתתפת, arabisch אלחס אלמשתרך, bei Ar ist. al5>r)T7)p!.0v xoivov), das die einzelnen Anschauungen der fünf Sinne conzentrirt. 2) Die Erinnerungskraft. 3) Die Vorstelluugskraft. 4) Die Beurtheilungskraft, und endlich 5) Die bewegende, und zwar (zum Unterschiede von der vegetativen Bewegung — dem Wachsthum) die mit Bewußtsein und Willkür sich bewegende Kraft. Diesen verschiedenen Seelenkräften werden auch verschiedene Sitze (besser Organe) angewiesen; doch abweichend von Aristoteles, nach welchem das Herz als Mittelpunkt der psychischen Kräfte genannt wurde, ist seit Jbn Tina (im 6. Buche seiner Physik) der Sitz derselben in das Gehirn verlegt worden. Und zwar befindet sich das Gemeingefühl im vordern Theile desselben, die vorstelleude Kraft im Mittlern, die Erinnerung im hintern Theile, und die Urtheilskraft im ganzen Gehirn. Das alte Problem von dem Zusammenhänge zwischen Körper und sonstiger Nnterschied mehr stattfindet, wie sollte also da noch an eine Mehrheit zu denken sein, da sie vielmehr alle zusammen nun in eine Einheit zusammenschmelzen müßten. Die Platoniker nahmen daher ein Aufgehen aller individuellen Seelen in die eine Weltsccle an, die Aristoteliker ein Aufgehen in den allgemeinen Weltverstand. — Die Lösung dieser Frage findet sich bei Maimuni nnmn ׳ms׳ II, 5, More I, 79 הדרך ד.שבמןי. Das. II Einleitung Präm. 16. 32*

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