Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 10
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 398 (sequence 5)
- Language
- German
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398 Necensionen und Anzeigein von Emanuel Hecht" ist eine fleißige, für den Alterthumsforscher nicht uninteressante Arbeit. .— ״Major Bürg, eine Charakteristik",ist ein Auszug aus dessen nach seinem Tode erschienenen Autobiographie. Burg gehörte zu den Seltenen, die das Jgdcnthum nach seinen ganzen Tiefen ausgefastt und von ihm in allen ihren Tiefen durchdrungen sind. Daher seine unerschütterliche Glaubenstreue in derss verschiedensten, an mannigfachen Versuchungen reichen Lebenslagen. Man kann cs dem Herausgeber nur Dank wissen, daß er ihm in diesem Jahrbuche ein Ehrendenkmal errichtet: an solchen Vorbildern soll sich unsere Jugend für den Glauben begeistern. Auch der Aufsatz ,-Pollak, k. k. Lieutenant" ist in dieser Hinsicht hervorzuheben. — ״Armnth in Israel von G. Wolf" bringt viele Wahrheiten und zeigt von tiefem Eingehen in das jüd. Leben. Manche Ungenauigkeit, als ״erst mit dem Untergange des zweiten Tempels hörte der Götzendienst ganz auf", wäre wegzuwünschen. ״ —׳Schullehrers Paradoxa von Simon Szanto", enthalten in dem Tone des Wandsbeckcr Boten vorgetragene Gedanken, und gehören dem Ausdrucke wie dem Inhalte nach zu. den vortrefflicheren Productionen. Ref. kann es sich nicht versagen, hier einige Proben mitzutheilen. ״Viele Leute glauben: Mit dem Hute in der Hand kommt man durch das ganze Land; lernt also der Junge nur fein das Kappchen abziehen, so sei er ein gemachter Mensch. Schullehrer aber meint: Wenn man den Hut abnimmt, muß annvch ein Kopf bleiben und das Herz auf dem rechten Flecke sein. Item aber meint er: Sind Kopf und Herz aus der rechten Stelle, wird's der Hand auch nicht so schwer fallen, den Hut zu finden". — ״Viele Juden glauben: Weil der alte Adam in dem Paradiese nur ein Mensch und nicht ein Jude gewesen, so brauchen ihre Kinder nur Menschen zu sein, wozu das Judenthum nicht nothwendig wäre. Schullehrer aber meint: Der alte, reine Adam, der weder Jude noch Heide gewesen, sei schon etwas lange her todt, und vom Paradiese will sich auch heutzutage nicht viel mehr verspüren lassen, und ist gegenwärtig das Judenkind'kein Judenkind, so wird es auch kein ganzes Menschenkind".— Es folgen nun mehrere statistische Aufsätze, als: ״Der Wiener Verein zur Beförderung der Handwerke, von vr. Siegmund Reiß", ״der Pesther Verein zur Beförderung des Ackerbaues und Handwerkes, von Jakob Kern", ״Statistik des Rabbinismus in Böhmen, von A. Cohn" (eigentlich ״der Rabbinate", nach dem Inhalte des Aufsatzes), ״Die Triester Cultusgemeinde von W", ״Statistische Notizen über die Israeliten des lombardisch-venetianischen Königreichs, von ,vr. Moses Errera", und es wäre noch hierher zu beziehen ״Aus London, von Max Schlesinger". Diese Aufsätze (mit