Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Verschiedene Theorien über das Wesen der Seele bei einigen arabisch-jüdischen Religionsphilosophen
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 393 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2829178-2829189-2854020--02545-2854058- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Wissenschaftliche Aufsätze. 393 Aebergang der Seele in Thierkörper (migratio descendens), sondern auch die von der Wanderung aus einem menschlichen Organismus in den andern (migratio per ordern), fand in Saadja einen entschiedenen- Gegner. Er bezeichnet diese Lehre als einen Wahnsinn (טגעדך רער־בוב^). Die Vertreter dieser Lehre scheinen bei unsermAntor die Karäer (unter denen der Glaube andie Seelenwanderung anfänglich seine Anhänger fand, aber später verworfen wurde, s. עץ חיים96 § אשכול;הכופר Abschn. 106). Die ganz buchstäbliche AuffaKng des Bibelwortes gab ihnen Veranlassung zu dem Glauben an die'Metempsychose. Solche mißdeutete Stellen sind: 5. B. Mos.-29-, 14. , Ps. I, 1 und 23, 3. Job 38, 13. Jeches. 37, 9. — ''7 :,׳ .11 - ' Nach Saadja stoßen wir in der Geschichte der jüdischen Religions- Philosophie leider aus ein weißes Blatt, das -mehr als ein Jahrhundert umfaßt. Nur vereinzelte Bruchstücke könnte der fleißige und keine Mühe scheuende Sammler ans diesem Gebiete zusammcnlesen. Endlich in der zweiten Hälfte des11, Jahrh. tritt uns ein großer Name entgegen, der an die Gedenktafeln der Literaturgeschichte mit goldnen Lettern angeschrieben zu werden verdient, ein Mann von außerordentlichem Genie, der dem Manne mit den zwei Köpfen in der griechischen Mythe glich: der eine Kopf war den blumenreichen Thälern der Dichtung zugewandt, mit dem andern blickte er zu den Sonnenhöhen kühner und erhabener Forschung hinan. Dieser Mann, gleich groß als Dichter wie als Denker, war Salomo Jbn G'ebirol. Die neuere Kritik, vorzüglich Munk, hat es bis zur Evidenz nachgewiesen, daß der von den christlichen Scholastikern des 13. Jahrhunderts so hoch gefeierte Avicebron, dessen Schrift ״die Quelle des Lebens" einen bedeutenden Einfluß ans die philosophischen Ansichten des Mittelalters übte, kein Anderer sei, als eben unser Jbn G'ebirol. Jbn wurde in Ävi verwandelt — so wie Jbn Sina in Avicenna^), und aus dem arabischen- G'im wurde ein italienisches e (tsch). — Leider ist aber das philosophische Werk unsers Jbn G'ebirol in Vergessenheit gerathen, und nur dem im 13. Jahrh. blühenden Schein tob ben Palquera verdanken wir einige Auszüge aus demselben. In Bezug auf die Seele führen wir nur einen einzigen, aber sehr wichtigen Satz von Jbn G'ebirol an. ״Die Seele ist, sowie alle Wesen außer Gott, zusammengesetzt aus Materie und Form" הגפש: וגם עצם זוי^תי.האי^ הוא מורכב, מחומר ,וצורה fe. 1) Ebenso Jbn Roschd in Averroes; Abu Bekr ben Alzaig in Avenpace.