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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 10 · p. Seite 392

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 10
Article
Verschiedene Theorien über das Wesen der Seele bei einigen arabisch-jüdischen Religionsphilosophen
Date
1855-01-01
Page
Seite 392 (sequence 6)
Language
German
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392 Wissenschaftliche Aufsätze. 1) : .במליצות ונבחר. להם צחות חברים. c. cap. 74). Diese: kelamistische Richtung fand unter den Karäern und einigen der Geonim eifrige Verehrer, und zu diesen gehörte auch unser Saadja. Nun aber haben die Mutakallimün selber die Seele nur. für ein Accidenz erklärt (More l. e. cap. 73.. Prämisse 8 u. 6). Saadja jedoch widerlegt diese Theorie gerade durch einen kelamistischen Lehrsatz: Nur eine Substanz kann Träger eines Accidenzcs sein, nicht aber kann ein Accidenz durch ein anderes getragen werden (Präm. S). — Wäre nun die Seele ein bloßes; Accidenz, wie könnte sie dann so vielen andern Accidenzen, als Weisheit öder Thorhcit, Haß, Liebe, Freundschaft u. dergl. als Träger dienen? — Daraus ist erwiesen, daß die Seele ein Gegenständliches sein muß, ein unter dem Wechsel der Eigenschaften Beharrliches und Bleibendes —׳ eine Substanz, צם!-, arab. נוחר. Allein, obschon Saadja die Seele für eine von dem Körper ganz unabhängige Substanz erklärt, so kann er sich doch zu der Idee einer völligen Zmmatrialität nnd Reingeistigkeit nicht erheben. Zhm ist nur Gott allein über jeden Begriff von Körperlichkeit erhaben, alle sonstigen Wesen, die menschliche Seele, und Mbst die Engel, sind ihm reine, feine, ätherähnliche Substanzen. Die Seele ist ihm ein zarter, dünner, subtiler Stoff wie die Himmelssphären, nur noch reinerer und feinerer Natur als diese (הנלגי^ים p ״ .(יותר רקWarum sehen wir die Seele nicht, wenn sie in der Sterbestunde den Körper verläßt? Weil sie durchsichtig und klar ist wie der Äether." — Saadja ist ein Anhänger der, Präexistenz und widerlegt die dagegen erhobenen Einwürfe. Man fragt, wie verträgt es sich mit der Weisheit und Güte Gottes, das reine und ätherische Wesen der Seele mit den niedern, groben Stoffen des Leibes in Verbindung zu setzen, da ihr dadurch ein durch Sünden und Leiden mannigfacher Art getrübtes Dasein bereitet wird? Darauf entgegnet unser Autor, die Seele könne, nur eben in Folge ihrer Verbindung mit dem Körper zur höchsten Stufe der Vollendung und der Seligkeit gelangen. Denn gerade die Prüfungen und Leiden, der Kampf mit der Sünde und Sinnlichkeit, den sie aber kraft ihres freien Willens siegreich bestehen kann, geben ihr erst die höhere Läuterung und Veredlung. Da es ferner Bestimmung, der Seele ist, segenreich und gottgefällig zu wirken — un m itte l bar wirken kann aber die Seele nicht, ebensowenig als das Ftuer ohne den Brennstoff sichtbar werden kann — daher mußte ihr ein Medium gegeben werden, durch das sie ihre Wirksamkeit zu bethätigen im Stande sei, und dieses Medium ist der Körper. Die Seelenwanderung, und zwar nicht nur die Lehre> von dem

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