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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 10 · p. Seite 394

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 10
Article
Verschiedene Theorien über das Wesen der Seele bei einigen arabisch-jüdischen Religionsphilosophen
Date
1855-01-01
Page
Seite 394 (sequence 8)
Language
German
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394 Recensioven und Anzeigen. Obschon aber G'ebirol die Seele aus einer Materie und. einer Zusammensetzung von Stoff-und Form bestehen-läßt, so:ist er doch nichts weniger als Materialist oder Realist, in der gewöhnlichen Bedeutung dieser Ausdrücke. Ihn G'ebirol Hat über -Materie und Form ein ganz eignes Philosophem aufgestellt, und seine Seelentheorie ist ein weiteres Ergebniß dieses Philösophems. Die ׳ Materie ist ihm das abstrakt Allgemeine, daraus alle Wesenheiten, körperliche - wie geistige, gleich hervorgegangen sind, und nur die Form Wdet den Unterschied zwischen Wesen und Wesen überhaupt, und zwischen körperlichen und geistigen insbesondere. Alles Niedrige entspringt ans dem Höhern,, und daher muß, was im Niedrigen ist, auch imHöherm vorhanden sein. Die Peripherien des Körperlichen laufen denen des "Geistigen parallel; da nun die Kreise des Körperlichem Materie und Form haben, so muß dies auch bei den Kreisen des Geistigen der׳ Fall sein. Da ferner Alles aus einer und derselben Materie besteht, so finden sich auch überall die Eigenschaften derselben. Daher faßt die Seele alle Formen in sich, was nur eine Eigenschaft der Materie ist. Substantia intetlectualis coinpreliendit et tenet in se formas omnium. Comprelieiidere autem et tenere materae est: et ubi sunt proprietates, ibi est subjectum. Ganz herrlich hat übrigens unser Autor seine Anschauungen über die Seele in poetischem Gewände (ebenso wie später, und zwar noch viel schöner, Rabbi Zedaja Happenini dies im Bechinot Olam Abschn. 25 ü. 26 versucht hat) in seiner Königskrone dargestellt. — (Schluß folgt.) Recensionen Md Anzeigen. Jahrbuch für Israeliten 5616 (1855—1856). Herausgegeben von Josef Weriheimer. Neue Folge, zweiter Jahrgang. Wien 1855. In Commission in I. Knöpfelmachers Buch- Handlung. Die Wiederaüfnahme des ״Wiener Jahrbuches für Israeliten" wurde im vorigen Jahrgange dieser Monatsschrift besprochen und dem Herrn Herausgeber gerechte Anerkennung gezollt. Dieses Jahrbuch verspricht ein eigentliches Volksbuch zu werden; eine Aufgabe die schwer erreichbar und auf deren Erfüllung in vielen Kreisen'gedrungen wird. Wir erinnern , hier nur an dis Worte Lamartine's in dem Vorworte zu

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