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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 10 · p. Seite 382

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 10
Article
Syrien und die Beduinen unter der türkischen Verwaltung
Date
1855-01-01
Page
Seite 382 (sequence 18)
Language
German
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382 Syrien und die Beduinen oder drei Berghaubitzen armiren, sowohl um die Beduinen fern zu halten, als um sie im Falle eines Angriffes mit einem Kartätschenfeuer zurückzuwerfen. Jene, die den Orient kennen, wissen, daß die Schlachten, die die Beduinen liefern, selten anhaltend und blutig sind: drei oder vier getödtete Menschen und Pferde reichen hin> um ihnen die Lust an weiterem Gefechte zu benehmen. Auf dieser geringen Ausdauer der Beduinen ist auch das Vertheidigungssystem gegründet, dessen sich die Bewohner der auf der Linie der Wüste, zwischen Hebron und Gaza, gelegenen Dörfer bedienen. Die Bauern haben zum Schutze der Korngruben, die ihre Erndten enthalten und die gewöhnlich nahe beim Dorfe angelegt sind, in der Mitte des Dorfes einen Thurm erbauet, der eine Art Glocke bildet. Sobald man von der Annäherung der Beduinen in Kenntniß gesetzt ist, werden die Thore des Dorfes geschlossen, die Männer steigen auf den nnt mehreren Feueretagen versehenen Thurm, und sobald der Feind in Schußweite ist, beginnt das Musketenfeuer. Der Beduine treibt den Angriff nicht zu weit und man hat bemerkt, daß die Furcht, die ihm ein gut gerichtetes Feuer beibringt, ausreicht, um den Dorfbewohnern einen früher nicht gekannten Frieden zu . sichern.׳ Auf einer Reise, die ich in diesem Lande machte, konnte׳ ich an einem Schießen, das uns zu Ehren veranstaltet war,s die Wirksamkeit des Vertheidigungssystems. der Bauern erMnen; und diese geben heute der Wüste Lebensmittel für baares׳ Geld, was sie ehedem fast umsonst thün mußten." . Herr von Segur verbreitet sich > nun* über die gemachten Versuche, einige turcomanifche Stämme ansässig zu machen, die aber nur deren eigenen Untergang herbeizuführen drohen, da sie die leichte Beute der nomadistrenden Stämme werden. Die Regierung kann auch nicht daran denken die Beduinen völlig zu vernichten, da sie durch ihre Kameelzucht — das Kameel, diese vorzüglichste Reisegelegenheit eines Theiles Asiens, oMeihet nur in der Wüste — den benachbarten Ländern unentbehrlich sind. Den Beduinen selbst widerstrebt eine seßhafte Lebetisweise, und er würde bald an dem Heimweh nach seiner Wüste dahinsiechen. Als Belege erzählt Herr von Segur zwei aus Tausenden herausgegriffene Vorgänge. ״Ein Beduine aus dem Stamme der Anezis war zu mir nach Damaskus gekommen, ich zeigte ihm alle Einzelheiten meines Hauses, das eines der

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