Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Syrien und die Beduinen unter der türkischen Verwaltung
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 381 (sequence 17)
- Language
- German
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unter der türkischen Herrschaft. 381 von Damaskus abberuft, läßt ihnen nicht Zeit weder das Nebel zu ergründen nach die Maßregeln auszusinnen, die mit Nutzen könnten angewendet werden. Wenn daher die Paschas ja eingriffen, haben sie es weder mit genügender Einsicht noch mit hinlänglicher Kenntniß der ihnen entgegengesetzten Kräfte gethan, sowie es der letzte Feldzug (1854) gegen den Hauran bezeugt, der in den Gebirgen versucht, um daselbst das liebergewicht der Pforte herzustellen, nur das Ansehen gefährdete, das sie etwa noch dort genießen mochte. Drei Bataillone Infanterie in Abtheilnngen getheilt, die eine gewisse Anzahl Posten oder verschanzte Lager besetzt halten, würden hinreichen, um die ganze Länge des Jordans zu bewachen. Und es muß jeder Zweifel hieran schwinden bedenkt man, daß die Beduinen keine Kanonen haben um Bresche zu schießen, noch Leitern um Sturm zu laufen, daß ihre Schaaren gewöhnlich aus Kavallerie bestehend nicht geeignet sind, ein nur etwas hervorspringendes Werk zu ׳erstürmen; und, wie man noch hinzufügen muß, größtentheils mihZundlunten bewaffnet sind, die steine Bayonette haben, während die türkischen Truppen auf europäische Weise organisirt sind und unsere Weise der Handhabung der Waffen angenommen haben, daher einen unter solchen Verhältnissen unternomrnenen Sturm wenig zu fürchten hüben. Zu diesen Nachtheilen auf Seite der Beduinen gesellt sich noch das stete Bedürfniß Stellen aufzusuchen, wo sie Gras und Wasser für ihre Heerden finden, welches ihnen also nicht gestattet eine strenge und anhaltende Blokade zu bilden. Die Blokade würde auch überhaupt nur unvollständig sein, da die Kommunication (der türkischen Truppen) mit dem rechten Jordanuser doch immer bestehen würde. Man könnte übrigens noch auf demselben Ufer ein fliegendes Lager bilden, welches aus einem Regiment Kavallerie und einigen Stücken leichter Artillerie bestehen würde. Dieses Lager würde die Aufgabe haben, sich an die Punkte des Angriffes zu begeben und ihn von der Garnison abzuwenden. Man muß zwar übrigens gestehen, daß die alten Festungswerke, die die Spitzen der über den Jordan laufenden Brücken bilden, sich in einem traurigen Zustande befinden; allein da sie nie eine große Ausbreitung, hatten und auch deren nicht bedürfen, so könnte man sie mit sehr geringen Kosten wieder Herstellen. Zu größerer Sicherheit könnte man sie mit zwei Frankel, Monatsschrift. IV. 10. 29