Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Syrien und die Beduinen unter der türkischen Verwaltung
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 380 (sequence 16)
- Language
- German
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380 Syrien und die Beduinen hatte jedes ernste Einschreiten hinsichtlich d er B eduinen. un? möglich gemacht. Wirst man auf die Karte von Syrien einen Blick, so bemerkt man in der Richtung vom Meere nach der Wüste zwei sehr unterschiedene,Gürtel. Der erste ist zwischen dem Meere und einer Linie inbegriffen, welche der Jordan und der Orontes durch ihren Lauf bezeichnen. Zwischen den Quellen dieser beiden Flüssederen einer nach Norden, der andere nach Süden gehet, findet sich, gleichsam um sie strategisch zu verbinden, die machtigste Mauer des Antilibanon, die den Beduinen, die ihre Pferde und Kameele nie in gebirgige Gegenden treiben, unzugänglich ist. Diese erste Linie ist am leichtesten zu vertheidigen. Der zweite Gürtel breitet sich vom Orontes und Jordan aus bis zu der sehr gekrümmten Linie, welche wie den Saum der Wüste die letzten Ausläufe des Antilibanon, das Plateau des Ledja und die Kette des Hauran bilden. Sehen wir für jetzt von diesem letzter»! Gürtel und dem Laufe des Orontes ab, es ist schon bemerkt wordenK daß es zu ftiner Besitzung weniger Kräfte bedarf; wir wollen uns nur an den Lauf des Jordans halten, da wo er den Djebl-el-Scheik (vgl. oben S. 371), auf dem er seinen Ursprung hat, verläßt. Einige wenige Brücken befinden sich auf dem Flusse. Auf seiner Länge!gibt es auch manche.. Fährten, deren sich die Araber (des ostjordanischen Landes) bei ihren Einfällen bedienen. Wenn man nun über die gedachten Brücken gehet, so über die Brücke der Söhne Jakobs im Norden, des Sees von Liberias oder über die von Medjana im Süden dieses Sees, so findet man sie am östlichen Ufer von alten Festungswerken beherrscht, die einander genug nahe sind, um, wenn sie militärisch Ksitzt sind, die Beduinenvom Uebergange über die Brücke nach dem rechten Ufer (Palästina) abzuhalten. Dasselbe Verhältniß findet sich auch an den Stellen, wo die Fährten sind. Man hat also schon in früheren Zeiten die Nothwendigkeit erkannt, den Beduinen den Uebergang in großen Haufen nach den fruchtbaren Strecken zwischen dem Jordan und dem Meere unmöglich zu machen. Wenn dieses Bedürfnis!nichtauch in unfern Tagen gefühlt Würde, so muß mit Bedauern, gestanden werden, daß die Apathie der türkischen Paschas, die keine Anstrengung auf so wichtige Maßregeln verwenden, daran Schuld ist. Aber auch die Regierung des Sultans, die so häufig die Häupter des Paschaliks