Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Syrien und die Beduinen unter der türkischen Verwaltung
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 372 (sequence 8)
- Language
- German
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372 Syrien und die Beduinen zum Meere hingeworfen. Da übrigens die Quellen dieser beiden Ströme nur fünf oder sechs Meilen von einander ab liegen, so bildet, wie sich hieraus ergibt, der Libanon eine Art Halbinsel. Würden übrigens beide zusammen etwas mehr oder minder perpendiculär statt nach der Länge dieser Gebirgsketten fließen, so würde die Wüste eine Wassermasse besitzen, die ein Anfluß des Euphrat hätte werden können und Fruchtbarkeit über große Strecken verbreitet haben würde. Der so vollständige, abgeschnittene parallele Laus der Kette des Libanons und des Antilibanons zur Rechten und Linken der Becka ist nicht vereinzelt; hinter der ersten Kette des Antilibanons erheben sich zwei oder drei andere, die immer dieselbe Richtung haben und fast eine gleiche rechte Linie beschreiben, wodurch denn natürlich sich andere größere und kleinere Thäler bilden. Im ersten dieser Thäler, welches das Thal von Zebdank genannt wird, entspringt ein Fluß, der es befruchtet und den Namen Barada hat. Dieser Barada wird in der Schrift Parpar, der Fruchtbareä), bei den Griechen Ehysorroas, der Goldführende, -genannt, welches nur eine Metapher für den Reichthum ist, den seine Wasser über alle Orte die sie berühren verbreiten, denn der Boden, über den er fließt, kann nach seinen geologischen Elementen, da er nur reine Kalkerde ist, nicht Gold enthalten. Der Name Barada soll von dem arabischen ״bard" ״kalt, erfrischend" Herkommen. Nach vielen langen Windungen in einem sich stets mehr erweiternden Thale kommt der schnelle und schäumende Barada in der Ebene von Damaskus an. Trotz der Schnelligkeit seines Laufes und des Wasservolumens, das er dieser weiten Ebene zusührt, bringt er doch bei weitem nicht den ganzen Wasserreichthum mit, den er oben aüfnahm. Man hat von ihm viele Kanäle abgeleitet, unter diesen sind die wichtigsten die Kanäle von Jestd, Tora und Menze, die fünf bis sechs Metres breit und wenigstens einen Metre tief sind; sie fließen zuerst an den obern Rand'der Ebene, ergießen ihr Wasser über die tiefer liegenden Gefilde und tragen bei Damaskus zu versorgen, welches vielleicht unter allen Städten der Welt das meiste Wasser zu Häuslichem Gebrauche darbieteü Am Ende der Ebene vereinigen sich die von den angebaueten Gefilden nicht absorbirten Wasser (und es bleibt im Sommer 5) 2 פרפו״. Kön. 5, 12 von .פרר fruchtbar sein. F.