Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Syrien und die Beduinen unter der türkischen Verwaltung
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 371 (sequence 7)
- Language
- German
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unter der türkischen Herrschaft. 371 weg, und die Ebene von Damaskus, jetzt so reich an den verschiedenartigen Anpflanzungen, wird eben so dürre sein wie die Wüste, von der sie einen Auslaus bildet. Die Gestalt Syriens von den Küsten des Mittelmeeres bis zur Wüste gibt zum Theile Aufschluß über die kleine Anzahl der Wasser, die daselbst entspringen, und erklärt auch die mindere Wichtigkeit dieser Wasser in ihrer östlichen und westlichen Richtung. Die Zwischenräume zwischen dem Ufer des Mittelmeeres und wenn man es so nennen darf dem Ufer der Wüste, das ist vom Fuße des Libanons im Westen bis an das äußerste Ende des Antilibanons, ist nicht groß; man kann ihn zu Pferde in höchstens dreißig Stunden durchschneiden. Diese Gebirgsmasse bildet in einer langen Ausdehnung zwei verschiedene Ketten. Gehet man vom Meere aus von Beyrut oder von Tripolis so erblickt man den Libanon sich so schnell erheben, daß man in weniger als zwölf Stunden seinen 12,000 Fuß hohen Gipfel erreichen kann, was eine Erhebung von 800 Fuß auf die Stunde macht. Auf diesem Gipfel angelangt nimmt das Gebirge in einer Ausdehnung von mindestens fünfzehn Meilen (französ.) die Gestalt einer riesenhaften Mauer an, die die westliche Seite eines Thal es bildet, welches im Osten von einer mit dem Libanon durchaus nicht in Verbindung stehenden Kette begrenzt wird, dem Äntilibanon. Dieses Thal, welches ungefähr vier Meilen breit ist, wurde ehedem genannt Cölesyrien (das hohle Syr.), heute heißt es die Becka^). Was am merkwürdigsten bei den beiden die Becka begrenzenden Bergmauern, sie laufen in einer bedeutenden Strecke einander so parallel, daß man das Thal wie ein verlängertes Parallelogramm betrachten könnte, das im Süden in einer Spitze endet, wo der Djebel-el-Scheik (Gebirge des Schelk), das höchste Hochgebirge des Antilibanon, es mit einer seiner queren Verzweigungen durchschneidet, die das Wasser des Leontes nach dem Mittelmeere drängt. Merkwürdigerweise zeigt sich Aehnliches im Norden: der Orontes, der gegenüber dem Leontes eine südliche und nördliche Richtung hat, wird ebenfalls von einem der Ausläufer der Gebirge von Alexandrette aufgehalten und 4) Der Libanon hat auch In der h. Schrift diese Benennung; der Antilibanon ist der HermoN;«in; Damaskus endlich bildet in der Schrift die Hauptstadt von Syrien ארם. Ueber die Becka ist vorzüglich zu vergleichen Burckhardt in Sprengels Bibliothek Th. 34. F.