Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Syrien und die Beduinen unter der türkischen Verwaltung
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 370 (sequence 6)
- Language
- German
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370 Syrien und die Beduinen nehmend um zur selben Zeit einer wie der andere die nahen Wasser benutzen zu können bis sie werden erschöpft sein, worauf der Krieg wieder beginnen wird. Die Rechtsgelehrsamkeit scheint aber nicht ganz genau das Recht eines Jeden geregelt zu haben, oder ist der Wunsch, das Wasser dessen die Erde benöthigt zu besitzen, so überwältigend; es wird keine Art List gespart, um das Wasser vom Gebiete des Nächsten ab und auf sein eigenes Gebiet zu leiten. Daher siehet sich auch an manchen Orten die Municipalbehörde (die Scheiks) in ditz-Nothwendigkeit versetzt, zu gewissen Jahreszeiten eine permanente Wache aufzustellen, die darüber zu wachen hat, daß Niemand die Wasser ablenke die ihm nicht gehören, oder, deren Genuß ihm nur zu gewissen Tagen und Stunden gestattet ist. — Unter den muselmännischen Schriftstellern, die sich vorzüglich mit der Gesetzgebung über das Wasser befaßt haben, befindet sich Abitagelel-Lagami, dessen Buch unter dem Titel ״der Baum der Perlen" diesen Gesetzzweig in zehn Fragen theilt, die er in Aufeinanderfolge behandelt, wobei er sich auf die Gebräuche des Landes und die Auslegungen des Korans stützt. Es liegt außer meinem Plane, hier die Lehren der arabischen Gesetzgebung über die Benutzung der fließenden Wasser nach allen damit verbundenen Einzelnheiten zu entwickeln. Ich beschränke mich auf die Bemerkung, daß die Araber, welche die Schöpfer der vorzüglichsten Bewässerungssysteme sind, nachwelchen ein Th eil Spaniens fruchtbar gemacht ist, dort gewiß das Gesammte der Regeln hinsichtlich dieser Bewässerungen zurückgelassen haben. Die Ebene von Damaskus legt einen unbestreitbaren Beweis ab, von dem was der Boden Syriens vermag, wenn er bewässert ist und was zahlreiche Stellen der Wüste Hervorbringen würden, wenn sie Wasser hätte. . Damaskus ist eine der ältesten Städte der Welt, schon das 1. Buch Mosis spricht von ihr; weil die von den ihr Gebiet durchschneidenden zwei Strömen abgeleitete Bewässerung fast schon von den ältesten Zeiten ab die Wichtigkeit dieser unvergleichlichen Lage erkennen ließ. Man denke sich diese zwei Wasserläufe, den Barada und den Awasch, 3) Schon vor Mahomed war.״Gottesfriede" durch vier Monate im Jahre verkündet: an ihnen durften die Araber sich nicht bekriegen und es wurde hierdurch den unaufhörlichen Fehden der kampssuchtigen Söhne der Wüste Einhalt gethan. Der im Texte gedachte Gottessriede (Gotteswaffenstillstand, treve de Dieu) ist auf diese UrsiLte zurückzuführen. F.