Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die Präsidentur im Synhedrium
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 355 (sequence 17)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 355 förmliche Selbstständigkeit wahrzunehmen ist. — Dahin gehören z. B. die Eheverbote einer Verwandtschaft des zweiten Grades (Jebam. 20a) שניות .מדברי סופרים, ebenso wird בשר חיה ועוף בחלב nach R. Akiba מרברי מופרים genannt (Chullin 104a) u. a. m. — Hier hatte man eigentlich auch die Erhaltung des biblischen Gesetzes vor Augen, das man aber durch Hinzuthun des eigenen, gleichsam einen Zaun um jenes bildend, zu verstärken suchte, um dadurch einer mosaischen Gesetz-Uebertretung vorzubeugen (vgl. auch Orla 3, 9). — Zn der oben erst genannten Art, nämlich der vom Res. bezeichneten ״soferischen Termination biblischer Gesetze", dürfte auch der eigentliche Ursprung der הלבות למשה ממיני zu suchen sein.. Eine ausführliche Behandlung dieses Gegenstandes würde die gesteckten Grenzen dieser Arbeit, wie besonders den hier gestatteten Raum weit überschreiten, und nur einige Punkte mögen in Folgendem berührt werden. Die Berechtigung, dergleichen Terminationen הלבה למשה ממיני zu nennen, fand man theils schon darin, daß diese mit dem schriftlichen Gesetz ganz zusammen fallen, und dieses ohne jene Erklärung unausführbar wäre, theils auch, weil, wie aus Nasir56b zu ersehen, bei einer Traditionskette die Mittelglieder ausgelassen werden dürfen. — Den Namen des nächst liegenden Autors anzugebcn war bei solchen, von der ältesten Zeit herrührenden und täglich angewandten Halachöt eine Unmöglichkeit. — Auch in späterer Zeit wurden die Schrifterklärer nach soferischen Grundsätzen, im Gegensatz zu den Sadducäern, ״Schüler des Mose"-genannt, vgl. Joma 4a תלמידי חכמים מתלמידיו של משה לאפוקי צדוקים, und hierzu Matth. 23,2 S7N Mocjsm? xa^sSpa? sxa^wav 0C ׳ypa^^axsl? xal 01 cpapiaaioi״ — Eine Hinneigung der schamaitischen Schule, ihre Halachöt bis auf die ältesten Zeiten zurückzuführen, ist nicht zu verkennen 0); auch ist dies in ihrer Lehrweise begründet, da diese Schule logischen Schlüssen (s. o.) in der Regel keine Berechtigung einräumte, und nicht selten ein בת קול 6) Es ist diesemnach weniger befremdend, daß Schamai (Kiddusch. 43 a) eine Halacha des Propheten Chaggai anfü'hkt; auch הרנינס p uon 'ר berichtet einige Halachöt, die von demselben Propheten herrühren sollen (Jebam. 16a). Dieser R. Jose, obschon er sich in einer derselben (nun,צרר) für die hillelische Schule entschieden, scheint doch wegen seiner anderen Halachöt (das. vgl. mit Jadaim 4, 3 und Edujot 3, 1—6) ein Schüler Schamai's gewesen zu sein, ebenso ר׳ יוחנן החורני (das. 15b). R- Jose soll sogar nach jerusal. Jebam. zu Nr. 6 Cap. 1 beim Anblick des R. Elies. b. Äsarja in dessen Geflchtszügen eine Aehnlichkeit mit Esra gefunden haben «נירו אני שהוא דור עשירי לעזרא ועינוי דמיין וידידיה, was für die Anführung jenes Propheten beachtenswerth sein dürfte. — 27*