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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 9 · p. Seite 353

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 9
Article
Die Präsidentur im Synhedrium
Date
1855-01-01
Page
Seite 353 (sequence 15)
Language
German
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353 Wissenschaftliche Aufsätze. eine von der Schrift unabhängige Selbstständigkeit vindicirt wurde, und wird diese nun entstandene Trennung (schriftliches und mündliches Gesetz) dem nicht tieferen Eingehen in die Lehrweise älterer Lehrer zugeschrieben. — Doch suchen wir das Verhältniß jener Gesetzlehrcr zu der h. Schrift etwas näher׳ zu beleuchten ׳(vgl. Frankel, Progr. S. 7 f.) — ״Einen Zaun um das Gesetz zu bilden" (Abot 1, 1) war die Devise der Synägoga magna. Aber dieses Umzäunen hatte eine doppelte Bedeutung, die eine mehr intensiver, die andere extensiver Art. — Als erstere sehen wir an die Festsetzung eines biblischen Gesetzes, inwiefern es sich innerhalb seiner eigenen Grenzen erstreckt, also mehr Termination, zu welcher die soferische Interpretation nur wenig zu Hülfe kam. — Als letztere hingegen die weitere Ausdehnung des biblischeu Gesetzes, wo der Interpretation eine etwas weiter gehende Berechtigung eingeräumt wurde. Dort war der Inhalt, hier hingegen der Buchstabe des Gesetzes, worüber die Thätigkeit sich entfaltete. •— Einige Beispiele sollen dies näher erläutern: — Am Sabbat sind biblisch alle Arbeiten untersagt: was aber verdient den Namen ״Arbeit"? und es wurde eine Termination gemacht, die aber, weil im Geiste des biblischen Gesetzes enthalten, dem auch das Wort 2!לאכה entsprach, als ein biblisches Gesetz selbst anzusehen ist (vergl. Sabbat 70 a). Der Genuß der oder jener Speise ist biblisch untersagt; das Maß dieses Genusses, das in אכילה enthalten sei, wurde festgestellt, terminirt, und die Auslegung des bei diesem Verbot vorkommenden Wortes אכל widersprach jener Festsetzung nicht jDLD אכילה בכזיח. — Die Anlegung der Tesillin und daß die Kopstefilla (wegen des Pl. NDVD) aus mehrern Kapseln bestehen soll, wurde als biblisch angenommen, die Zahl der Kapseln jedoch sopherisch terminirt. — Die beiden letzt erwähnten Beispiele werden im jerusal. Talmud (Synhedr. Cap. 11 zu Nr. 3) ausdrücklich so bezeichnet׳^); daß aber auch das hier erst erwähnte Beisp., nämlich die am Sabbat verbotenen Arbeiten, als עיקתו כ!הכהי ה1הה ופי־ושו מד״ס betrachtet wird, ist aus Horajot 4 a zu ersehen. — Als die zweite Art, die eigentliche soferische Interpretation, können diejenigen Schrift-Auslegungen angesehen werden, wobei man mündlichen vom schriftlichen Gesetz (s. o.) zuDeziehen, was als eine Folge nicht genügender Studien angesehen wird.— ־:־ ׳' 3) ר' יוחנן בשם ר' הושעי' אמר עיקרו מדברי תורה ופירושו מדברי סופרים כגון הנבלה כגון השרץ ... בגון תפלין, nämlich die Bezeichnung des Maßes בזית ובערשה bei נבל' השרץ. Die zwei Worte בגון תפלין nach der verbesserten Lesart des Korban haeda, womit auch bab. Synhedr. 88b übereinstimmt. Das. jedoch wird für זקן ממרא noch verlangt מגדע ומוסיך־, daher wird נבלה ושרץ ausgeschlossen. Frankel, Monatsschrift. IY, 9. 27

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