Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die Präsidentur im Synhedrium
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 352 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2829132-2829178-2829188-2853959--02495-2854001- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
352 Wissenschaftliche Aufsätze. Schrift ,ein, dass man., sich nachzuweisen bemühte, daß auch die traditionellen Halachot sich auf logische Schlüssehafirrn/ obschon man zu, dieser Zeit solchen Vernuftschlüssen noch nicht die Berechtigung zugestand,, vermittelst ihrer selbstständige Lehren zu ziehen ft (vgl. jerus, Pesachim zu Nr. 1 Cap. 6). Dieses letzter« war erst das Produkt einer sich später, wie es wahrscheinlich ist, ,unter den Schülern des R.,Jochanan ben Saccai (obschon der Ursprung von בי^ש וב״ה sich bereits zur Zeit Schamai's und Hillel's ftlbst ssndet, da ein Zeitgenosse des R. Gamliel I. ca. M. vor her Zerstörung als Schüler jener Schulen genannt Wird (Orla 2, 12) (יועור איש הבירה היה מתלמידי ב״ש, וא' שאלתי את רב גמליאל הזקן.) gehörig ausb ildenden Schule, nämlich der hillelischen. — Mährend von der schamaitischen Schule blos an den tradirten Lehren, welche von der schriftlichessgesondert nächst derselben den zweiten Rang einnehmen sollten, festgehalten worden ist, wurde von jener dieselbe Berechtigung auch für die durch Vernunstschlüffe erwiesenen Lehren in Anspruch genommen. — Am deutlichsten zeigt sich dies bei dem bekannten logischen Schluß (Jnterpretationsregel) vom minus ans majus קל והומר, dessen Autorschaft dem Hilles zugeschrieben wird. Hillel bediente sich dessen, jedoch nahm er die Tradition (שמועה, קבלה) zu Hülfe 0). — R. Elieser, bekanntlich der schamaitischen Schule בית שמאי angehörend, begnügt sich nicht mit solchem Schluß ק״ו, sondern verlangt auch einen Beweis für die betr. Halacha aus der Schrift. — R. Jehoschua בית הלל hingegen hält in diesem Falle den Beweis aus der Schrift für unzulässig (vgl. Pesachim 77b) ft. — Von dieser Zeit rührt auch die Klage her, ״das Gesetz, das früher eines war, verwandelte sich in zwei"ft, als, nämlich sowohl in der einen als der ,andern-Schule, dort der Tradition und hier der Vernunft, .כל תורד. שאין.לה;בית אב'אינה חזרה (8 . 9) So im jerusal. Talmud Pesachim Ans. 6. Cap. und Tosista Pesachim Cap. 4, woselbst Hillel für die Halacha, ״daß, wenn der Rüsttag des Pesachfestes auf einen Sabbat fällt, .Las Pesachopfer därgebrächbwerden darf", außer den drei Jnterpretationsregeln, nämlich היקש, גז״ש קל והומר, noch die Tradition anführt בך שמעתי משמעיה ואבטליון (Tosista dafür: ועוד מקובלני מרבותי); tut bab. Talmud z. St. jedoch wird letzteres (שמועה,קבלה) nicht angeführt, ebensowenig der היקש. Ueber diese und andere Regeln der Midot vgl. Frankel, Programm u, ft w. ״über paläst. rc. Forschung" S- IS ff. 1) ר׳ אליעזר סבר מילתא דאתיא בק״ו שדה וכתב לה קרא יד׳ יהושע- בל היבא דאיבא למידרש דרשינין. 2) משרבו תלמידי שמאי והלל שלא שמשו רביהן כל צרכן רבו מחלוקות ונעשו ב׳ תורות a. m. O. Dieses שתי תורות scheint sich nicht, wie man gewöhnlich annimmt, auf die Meinungsverschiedenheit der Parteien, sondern auf die Trennung des