Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die Präsidentur im Synhedrium
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 348 (sequence 10)
- Language
- German
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348 Wissenschaftliche Aufsätze. der Schüler Hillel's war, da er unter diesem seine Studien erst degönnen und sich das (ibid.) gerühmte mannichfache Wissen später erworben. — -- 2) Wenn die Schule Schamai's gewöhnlich vor der hillelischen genannt wird, so kann dies allerdings als eine Folge der Coneession angesehen werden, die letztere (nach Erub. 13 b) der ersteren ans Bescheidenheit gemacht, und diese Coneession ans die Meister selbst übertragen wurde, da mit wenigen Ausnahmen Schamai vor Hillel genannt wird. — Wenn aber Hillel selbst als Nass zu wiederholten Malen vor Schamai sich beugen mußte (Sabbat 178.), wo, wie es scheint, die Staatsgewalt sich zu Gunsten des letzteren entschieden נעצו חרב בב״המד׳ und jener sogar seine Halacha in Gegenwart der Schüler Schamai's zu verheimlichen sich genöthigt sah (Jom tob 20a),' so bezeugt alles dies, daß selbst bei Lebzeiten des Hillel, obschon Nasi, die gegnerische Schule gleiche Berechtigung genoß, und es dieser nach Hillel's Tode eine Leichtigkeit war, sich emporzüschwingen, wodurch, auch erklärlich wird, daß, wenn der angebliche שמעון בן הלל wirklich existirt und auch Nasi gewesen ist, dieser doch keine besondere Bedeutung dein Schamai und dessen Schule gegenüber erlangen konnte. 3) Muß man überhaupt Bedenken tragen, die bereits vielfach angefochtene Existenz eines Nass Schimon ben Hillel so ohne Weiteres hinzunehmen. Dafür spricht blos eine Beraita, deren Autor nicht einmal genannt ist!הלל ושמעון. גמליאל ,ושמעון נהגו נשיאותן■ ק' שנה בפני חבור (Sabbat 15a). — Trotz allen in jüngster Zeit angewandten Bemü- Hungen, den ersten Schimon, mindestens eine Spur von ihm irgendwo ausfindig zu machen, so müssen diese doch als ganz mißlungen angesehen werden. — Daß unter dem in Megillat taan. Cap. 11 in dem Tempel eine Offenbarung vernehmenden שמעון הצדיק der fr. Schimon ben Hillel zu verstehen sei, wie Hr. vr. Herzfeld (Monatsschr. 3. Jahrg. S, 122) meint, ist außer dem anstößigen Epitheton הצדיק schon deshalb unwahrscheinlich, weil jene Stimme vom Allcrheiligsten aus kam בח קול מבית קורש הקרשים, was wohl blos ein im Heiligthum היכל siehender Priester vernehmen konnte, und das war doch Schimon der Sohn Hillel's nicht. Ferner wird jerus. Sota 31a dasselbe Factum unmittelbar vor einem ähnlichen unter Johann Hhrkan erzählt, was wenigstens so viel bezeugt, daß inan im Talmud den bekannten Simon Justus, nicht den späteren Simon darunter verstanden hat.— Eher könnte Unter jenem fr. מנקלנמ in Megillat taanit 1. e., wofür jerus. Sota zu Ende die richtiger scheinende Leseart גייס גוליקוס