Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die Präsidentur im Synhedrium
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 347 (sequence 9)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aussätze. 347 Rabban Jochanan b. S. konnte man den qu. Titel als ganz überflüssig erachten, da er einen weit größeren, nämlich רבן,• geführt.— Sollte es jedoch nicht gestattet sein einen Schritt weiter zu thun, nämlich anzunehmen, daß auch Schamai, der jedenfalls Schuloberhaupt war, und höchst wahrscheinlich, wie sich weiter zeigen wird, seinen Gegner Hillel überlebt hat, nach dem Tode desselben wenigstens einige Zeit dem Synhedrium als alleiniges Oberhaupt Vorstand? ־— Daß also auch er, wenn auch nicht den Titel נשוא führend, sodoch factisch als solcher mit deniselben Rechte und auf dieselbe Weise anznsehen ist, wie die vorhillelischen sogenannten Nesiim und R. Elieser ben Asarja, die eigentlich nichts weiter (s. o.) als erste Lehrer resp. Shnhedrial-Präsidenten ראשיב waren. — Viele chronologische und andere Schwierigleiten würden durch diese Annahme beseitigt werden können, und dürften folgende Data als Begründung hiefür dienen: 1) Rabban Jochanan b Saccai war nach Abot 2, 8 ein Schüler Hillel's sowohl als Schamai's. Nach Bereschit rabba (Cap. 100) soll er ein Alter von 120 Jahren erreicht, haben. Da er aber nach der Tempel-Zerstörung in Jabne, wenn seine bedeutende Wirksamkeit das. in Betracht gezogen wird, wenigstens 10 Jahre dem Syuhedrin präsidirt hat, und sein Leben also bis 80 nach übl. Zeitrechnung reichte, so kann er erst 40 ante geboren worden sein. Nun war er (ibid.) 40 Jahre alt als er seine Studien begonnen, welche Studienzeit ebenfalls 40 Jahre gedauert haben soll, also kann er ein Schüler Hilleks, der von 30 Jahr ante bis 10 post. (vgl. Sabbat 15 a) Nass war, höchstens 10 Jahre gewesen sein. Und in diesen 10 Jahren, die noch dazu in den Beginn seiner 40jährigen Studienzeit fallen, sollte er ein würdiger Schüler und Nachfolger Hillel's geworden sein? — Wann hätte er ferner den Unterricht Schamai's genossen, etwa auch in diesen 10 Jahren? Und wessen Schüler sollte er in den folgenden 30 Jahren gewesen sein? — Ueberdies dürste es mit dem hohen Alter von 120 Jahren auch nicht so ganz genau zu nehmen sein, was schon daraus hervorgeht, daß (ibid.) drei hergezählt werden, die dasselbe Alter — gleich Moses — erreicht, und einer dem andern im Lehramt folgte, in welchem Falle R. Jochanan nicht einmal 10 Jahre ein Schüler Hillels und Schamai's gewesen sein konnte. — Wird aber zugegeben, daß er nach dem Tode Hillel's den ferneren Unterricht unter Schamai genossen, so konnte er mit Recht als Träger der hillelischen und schamaitischen Lehren gelten, da er ca. 10 Jahre ein Schüler des ersteren und ebenso lange oder noch länger des letzteren gewesen sein mochte. — Hierdurch wäre es auch erklärlich, daß nach Succa 28 a R. Jochan. de« geringste