Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 9 · p. Seite 334

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 9
Article
Antonio Joseph
Date
1855-01-01
Page
Seite 334 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829178-2829188-2853957--02474-2853983
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

334 Antonio Joseph. Mann zu behandeln; welcher, ׳׳weil er das D«sein eines einzigen Gottes behaupte, in den Tod gehe. Anfangs versuchte er die Flammen mit einem Tuche fern zu halten, das er in der Hand hatte; nachdem aber der Holzstoß in vollen Flammen stand, verlor er gänzlich das Bewußtsein, als die Menge wieaus einer Kehle ihm ״Osseiiaro Barbaeo“ (scheeret ihm den Bart)!- Sogleich tauchte einer der Henker einen langen Pinsel oder Besen in eine Mischung von Pech und Terpentin, rieb damit seinen ehrwürdigen Bart und steckte ihn an, worauf die Menge jauchzte und in die Hände klaschte. So hatte der alte Sünder alle seine Besinnung verloren und war bereits ein Aschenhaufen geworden, als die sehr befriedigte Zuschauermenge unter Flüchen und Verwünschungen mit gefalteten Händen und himmelwärts gerichteten Augen nicht aufhörte zu rufen: ״Gesegnet für immer sei die Güte und Gnade des heiligen Offiz, gesegnet sei die heilige Dreieinigkeit, die Schwester der Jungfrau Maria". So weit die Erzählung von der schrecklichen Scene eines aus Glaubenshaß begangenen Mordes, die ich so genau wie möglich mit des Schriftstellers eigenen Worten wiederzugeben bemüht war. Folgende kurze Zusammenstellung in Betreff der Einsetzung der Inquisition in Portugal dürfte zum Schluffe vielleicht nicht am Unrechten Platze sein. Als die Juden im Jahre 1492 aus Spanien vertrieben worden waren, fuhr der König von Portugal fort, sie in seinem Königreiche zu dulden; als sie aber in gleicher Weise fortführen, sich trotz der äusdrücklichen entgegengesetzten Befehle des Hofes zu ihrer Religion zu bekennen, wandte sich der König Juan HI. an den Pabst, damit dieser ihm Inquisitoren schicken sollte, um den schuldigen Rest derjenigen ausfindig zu Machen, welche von seinem Vater Emanuel aus seinem Lande vertrieben worden waren. Der Habst erfüllte ohne Zweifel schnell genug diesen Wünsch und Don Diego de Sylva vom Franziskanerorden, Bischof von Eeuta und des Königs Beichtvater, war der erste Großinquisitor jenes Königsreichs. Es traf sich gerade, daß damals in Cordova in Spanien ein junger Mann anwesend war, Namens Pedro Saovedra.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.