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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 9 · p. Seite 333

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 9
Article
Antonio Joseph
Date
1855-01-01
Page
Seite 333 (sequence 6)
Language
German
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IRI
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Antonio Joseph. 333 ״Nachdem der König angekommen war, begann Hie Procession ihren Zug von dem heiligen Offiz nach der Kirche St. Dominic, wo die Sentenz verlesen ward. Eine große Anzahl Verbrecher sollte den Feuertod sterben; die meisten darunter, wenn nicht alle, waren Juden. Ich konnte nicht umhin, die Güte des Fürsten zu bewundern, der sich herabließ, sich an diese Sünder mit der Ermahnung zur Reue zu wenden. Die Juden blieben fest, bis ihre Frauen und Kinder als Zeugen gegen sie herbeigeführt wurden, welche das Verbrechen des Judenthums eingestanden hatten und es ist möglich, daß dies Bekenntniß aus ihnen durch die Drohung mit der Tortur oder durch die (Anwendung derselben war erpreßt worden. Die Väter und Gatten gestanden hierauf ihren Jrrthum und flehten die Gnade Sr. Majestät an, die auch Mehreren unter ihnen nicht versagt wurde. Als aber der König mit der größten Milde und Freundlichkeit sich an Antonio Joseph wandte, Würdigte dieser Se. Majestät nicht einmal einer Antwort. Trotz dessen fuhr der König fort, in ihn zu dringen und ihn ernstlich zu bitten, sich taufen zu lassen; durch die Rückkehr in den Schoos der Kirche würde er sich von den schrecklichen Qualen befreien, die ihn inmitten der Flammen erwarteten. Die ruhrendsten Ausdrücke wurden angewendet, um die Hartnäckigkeit dieses abtrünnigen Priesters zu überwinden. Der König versicherte ihn seines Schutzes und versprach für seine Subsistenz durch eine ansehnliche Pension zu sorgen, wenn er seinen Irrthum einsehen und in die Arme der Kirche zurückkehren wollte, die ihn als eine milde, liebende und verzeihende Mutter wieder ausnehmen würde. Jeder Anwesende wurde von der von dem Könige gegen diesen Unglücklichen, der lieber verbrannt werden als sein Verbrechen eingestehen wollte, an den Tag gelegten Freundlichkeit tief gerührt. Obwohl schon älter als sechzig Jahre, verrieth er doch keine Zeichen von Furcht und Schwäche und erwiderte durch verächtliches Schweigen die Bemühungen der Mönche, welche ihm zuriefen, sich taufen zu lassen. Bevor er verbrannt wurde, wurde ihm die Haut von den Fingern gerissen und die Nägel ausgeschnitten, weil er mit diesen Fingern in sündhafter Weise die Hostie berührt und entweiht hatte. Er ertrug diese Qualen und den schrecklichen Todeskampf auf dem Scheiterhaufen, ohne etwas Anderes zu sagen, als daß es eine infame Schande wäre, auf eine solche Weise einen

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