Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Antonio Joseph
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 330 (sequence 3)
- Language
- German
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330 Antonio Joseph. so gut es sich thun ließ, an den Tag legten. Dahin gehörten z. B. Antonio de Chajas, ein Capuzinermönch, Joao de San Thomas, ein Dominicaner, dessen Logik in Rom, dessen Philosophie in Madrid, dessen Theologie in Lyons, dessen ״Erlauterung der christlichen Lehre" in Valencia und dessen Abhandlang über den allgemeinen Glauben in Lissabon erschien. Hierher gehört auch Francisco Ferreiro, gleichfalls Dominicaner und Lehrer des Jnfanten Don Antonio, zugleich Beichtvater Johann III., Königs von Portugal, der auch einen Commentar über Jesaias und einen anderen über Job schrieb, eine hebräische Bibel und mehreres Andere herausgab, worunter Antonio dos » Reys besonders eine Übersetzung aus dem Italienischen ins Portugiesische erwähnt unter dem Titel: ״Geschichte und Leben der heil. Jungfrau in dem Schooße ihrer Mutter und Leben I. Ehr. in dem Schooße der Jungfrau" Unter denen, welche sich als Juristen besonders auszeichneten, war Antonio Hornem, der an der Universität Coimbra, woselbst seine Handschriften noch jetzt aufbewahrt werden, Professor war. Auch er wurde, des Judenthums angeklagt, zum Tode verurtheilt. Sein Haus in Coimbra, seiner Geburtsstadt, wo er auch an einer Kirche Prediger war, wurde bis auf den Grund zerstört und an der Stelle ein Monument errichtet, in, welchem sein Name eingegraben war mit der Ueberschrist ceptor inwlix. Gleichen Anspruch auf Erwähnung hat auch Freyre Mascarenhas, welcher, da er die ganze Welt bereist hatte, alle europäischen Sprachen verstand,' Mitglied jeder Academie in Portugal war und die besten politischen Werke seiner Zeit geliefert hat, in denen er Schlachten, Belagerungen, Erdbeben, Ermordungen, den Tod und die Geburt großer Männer, Tractate und Allianzen, von denen er,überall Augenzeuge gewesen und wobei er sogar häufig eine wichtige Rolle gespielt hatte, beschrieb. ״Er sah Alles, was er beschrieb, und beschrieb Alles, was er sah". Er war der erste, welcher 1705 die Zeitungen in Portugal einführte. Kurz, Hunderte von Namen könnten von Männern angegeben werden, die sich durch ihre Schriften berühmt, gemacht haben, welche, wie bereits erwähnt, in der Bibliothek zu Braza aufbewahrt werden und welche, obwohl sich zum Katholicismus bekennend, doch Juden waren. Unter denjenigen, deren Namen an der Spitze der drawatischen Schriftsteller stehen, befand sich der Mann, von wel-