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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 9 · p. Seite 322

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 9
Article
R. Jochanan ben Napcha
Date
1855-01-01
Page
Seite 322 (sequence 2)
Language
German
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322 R. Jochanan ben Napcha. aus. ״Nicht als ob der fromme Sänger geglaubt, ewig zu leben, sondern er flehte zum Allgütigen, daß sein Name ewig in den Gotteshallen ehrend genannt würde, um auch irdischer Unsterblichkeit theilhaftig zu werden" — ein Wunsch, der auch in der Brust unseres Rabbi sich so mächtig regte, daß es ihn tief schmerzte, wenn Schüler seine Lehren nicht in seinem Namen weiter verbreiteten und so an dem Geistesmonumente, das er sich gesetzt, rüttelten (jerus. Moöd Katan 3, 7). Dieselbe echt menschliche Sehnsucht, über das Grab hinaus auf Erden zu leben, spricht stch im der Betrachtung aus, die er nach Berndigung des BWW;.Hi.ob anstellte. ״Alles fällt dem Tod' anheim; doch wohMtzm^der im Gesetzesstudium herangewachsen und ergrauet, GMsgefüllig gelebt und eines schönen Rufes im Leben und Tode geWsfen; aus ihn ist der salomonische Spruch anwendbar: Besser ein guter Name, als das feinste Oel; besser der Todestag, als der der Geburt" (Berach. 17s). -— Sinnig und edel drückt er in Folgendem seinen Glauben an die alles unsichtbar leitende Borsehung aus: ״Die eignen Füße bürgen für den Sterblichen; wohin er gefordert wird, dahin tragen sie ihn" (Succa 538). — Freudig überrascht der lichtvolle Ausspruch des IR.- )ZvchMüM׳z,Jftctel unterliegt nicht dem Einfluß eines Gestirns" und er contrastirt gar sehr mit der Ansicht mancher LHE die sich dem Einflüsse ihrer Zeit, in der Horoskop und Eonstellation allgemeine Geltung durch alle Schichten der Gesellschaft, auch der höchstgebildeten, erlangt hatten, nicht entziehen konnten und Manches durch die Stellung der Gestirne in der Stunde, der Geburt bedingt glaubten'). — Allgemeiner und poetischer, wiewohl in der schlichtesten Weise, drückt er. denselben Gedanken (Taanit2s) etwa so aus: ״Drei Schlüssel sind in Gottes Hand, die keinem Mittler, keinem Engel anvertraut sind. Der Herr schließt auf, da tritt der Menschensohn ins:Leben: ein; wieder schließt er aus und reicher Himmelssegen strömt.auf die Erde nieder und belebt sie (der Regen); und zum dritten Male schließet aus der Herr, und der zum Staub Gewordene erwacht zu neuem Leben." — Bezeichnend für seine Ansicht über Menschenwürde ist folgender Ausspruch von ihm: ״Höher als die Engel stehen die Frommen" (Synhedr. 938). 1) Wie bekannt wurde diese Ansicht auch noch nach dem Wiederaufblühen der Wissenschaften von vielenhervorragenden Geistern, und selbst von Keppler,

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