Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 8
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 309 (sequence 3)
- Language
- German
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Recenfionen und Anzeigen. 309 Spanien blühend tmd polemischer Gegner des bekannten Apostaten Abner oder Alphons von Valladolid, verfaßte unter dem Titel עזר חרת (auch תשובת אפיקורוס genannt) ein Werk in 9 Abschnitten zur Vertheidigung des Judenthums gegen die Angriffe von 5 Parteien, denen es damals besonders ausgesetzt war, nämlich der Ignoranten, der Freigeister oder Philosophen, der Tnhänger astrologischer Vorherbestimmungen, derjenigen, welche allen hyperbolischen Erzählungen Glauben schenkten, und endlich der Materialisten, welche die jenseitige Fortdauer leugneten. Eine Handschrift dieses, theils in Prosa, theils in Reimen mit untermischten meirischen Versen abgefaßten interessanten Werks, das an manchen Stellen auch noch für heutige Zustände paßt, den Asterglauben nach Rechts״ hin und den Unglauben nach Links hin treffend geißelnd, befindet stch in der vormals Saraval'schen jetzt von dem-jüdisch-theologischen Seminar zu Breslau acquirirten Bibliothek (Ooä. LIII). Hiervon enthält nun vorliegende Sammlung (Bl. 13—19) einen Theil des 2. Abschnitts (Gespräch eines Theologen mit einem Philosophen), bricht aber gegen den Schluß hin ab, wahrscheinlich weil in der Pariser Handschrift, woraus dieser Abdruck entnommen, nichts mehr enthalten ist. Grade kommen aber in dem nicht abgedruckten letzten Theile dieses Abschnitts bcmerkenswerthe Hinweisungen vor auf Schriften Algazali's und Isaak Albalags! Da das Werk Isaak ben Polkars noch nnedirt ist und — wie gesagt — manche interessante Seiten bietet, so dürfte eine kurze Skizzirung seines Gesammtinhalts (nach der Breslauer Handschrift, welche einzusehen mir gestattet war) hier wohl nicht am Unrechten Orte sein. — Im 1. Abschnitte (in specie als תשובת אפיקורוס bezeichnet) setzt der Vers, in 8 Pforten folgende Hauptargumeute für die jüdische Religion und deren fortdauernde Gültigkeit auseinander! 1) Nothwendigkeit eines geoffenbarten Gesetzes zum Heile der Menschen. 2) Die mosaische Lehre enthält sowohl hinsichtlich des Glaubens und Wissens als zur Richtschnur für das Sittlich-Handeln die vortrefflichsten Grunde sätze. Excnrs über die Pflichten des Menschen gegen sich seOst, gegM seine Hausgenossen und gegen alle Mitbürger. Deduction aller Rechts- und Liebespflichten ans dem Dekalog. — 3) Moses war durch seine hervorragenden geistigen und sittlichen Eigenschaften (die speciell beleuchtet werden) insbesondere wie kein Anderer befähigt als Führer, Haupt und Gesetzgeber der Nation aufzutreten. — 4) Der Aufschwung zu einem höheren Leben nach dem Tode ist bedingt durch diesseitige geistige Erhebung des Menschen und möglichste Fernhaltung von körperlichen Lüsten und Begierden; dieses Streben bezweckt und fördert