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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 8 · p. Seite 289

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 8
Article
R. Jochanan ben Napcha
Date
1855-01-01
Page
Seite 289 (sequence 5)
Language
German
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R. Jochanan bctt Napcha. 289 neuen Bahn fortschritt und als sich die Freunde später wiedersahen —: und es dürste zwischen Trennung und Wiedersehen kein gar zu großer Zeitraum liegen, da Jlsa bei seiner 'Rückkehr noch immer ohne den Ernst des Mannes auszutreten scheint (Taanit 21.1) — stand R. Jochanan bereits an der Spitze eines Lehrhauses, hoher Ehren theilhastig und von einer zahlreichen Jüngerschaft bewundert. Vor der ausgehenden Sonne seines Ruhmes erbleichte bald der Glanz aller palästinensischen Gelehrten, und selbst der Exilfürst (Nasi) R. Jehuda II., der gegen Gelehrte nicht eben allzu freundlich war (Bab. batr. 7b, jerus. Synhed. 2, 6), beugte sich vor der Geistesgröße dieses Mannes (Rasch hasch. 20-1, jer. Synhed. 2a). Ja R. Jochanan bezog sogar einen Ehrengehalt von dem Nasi-Hause, damit er seiner Stellung gemäß leben könnte (Sota 21a). Fast mehr aber noch als Palästina tönte Babylon von seinem Otuhme wieder. Die würdigsten Söhne dieses Landes, an dessen wissenschaftlichem Himmel doch das leuchtende Doppelgestirn Nab und Samuel glänzte, pilgerten nach Liberias ^), der Stätte seines segensreichen Wirkens, um zu seinen Füßen die Worte der Weisheit und der Wahrheit zu vernehmen, und die berühmtesten und wohl die meisten seiner Jünger waren Babyloniers. Daher hören wir auch sein wärmstes Lob von babylonischem Munde ertönen, und das goldene Gewand der Sage, in das sein Leben und Wirken gehüllt worden, ist an den Gestaden des Euphrat und Tigris, nicht am Jordan gewoben''). 5) Liberias war vielleicht auch seine Geburtsstadt, da er sich,ihrer aus frühester Kindheit erinnert (Bab. batr. 91b). Wir finden N. Joch, auch oft in מעון (Jebam. 64 b, bab. Kam. 99b, Cholin 96b), קסרץ (Jebam. 65b) und צדיץ (Ketub. 7 a) lehrend austreten. Häufiger und mehr als vorübergehend scheint er sich in צפורץ aufgehalten zu haben. Jer. Beza 1, 1 heißt es, er habe darum Z. verlassen, weil er mit N. Chanina in halachische Streitigkeiten gerathen war. 6) Das Lehrhaus des R. Jochanan in Zepphoris hieß ״das babylonische" (jer. Berachot 5, 1). 7) Vgl. Chagkga 15b (mit dem Lode des N. Joch, steigt kein Rauch mehr aus dem Grabe des Acher aus); babyl. Kama 1!7a (d. N. Kahana-Sage); Bab. batr. 75a (גל עצמות); bab. Mez. 84a u. Berach. 5b (die von Begeisterung überströmenden Schilderungen seiner Schönheit). Von alle dem schweigt der serus. Talmud und hat kein Wörtchen des Lobes für den großen Landsmann. Grund hierfür dürfte die frühe Abfassung des jer. Talmuds sein, zu der nach

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