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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 8 · p. Seite 286

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 8
Article
R. Jochanan ben Napcha
Date
1855-01-01
Page
Seite 286 (sequence 2)
Language
German
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286 © s. ® R. Jochailan ben Napcha. neues LebendMst^en; er gewahrt Ursache und Folge, Sein und Werden in Mer engsten Beziehung, in ihrer Nothwendigkeit. Und doppelt anziehend ist es für den sinnigen Beobachter, wenn er am Scheidepunkte zweier Perioden einem Hochbegabten begegnet, der kraft seiner hehren Natur der neuen Zeit eine eigne Richtung vorschreibt. In R. Jochanan erblicken wir zum Theil einen solchen Heros. Hingestellt zwischen zwei der für's Judenthum so wichtigen Perioden, ein Kind der Tanaim, ein Vater der Amorainy wirkte er auf den Lauf der neuen Periode bestimmend und nachhaltig ein und drückte ihr die Züge seines reichen Geistes so mächtig aus, daß sie nicht der Wechsel unzähliger Geschlechter, nicht der Lauf der Jahrhunderte zu verwischen vermochte. Ob es uns gelungen, diese zu sammeln und in Folgendem zu einem passenden Bilde zu vereinen, darüber entscheide der geneigte Leser. R. Jochanan ward geboren 13 —14 Jahre vor dem Lebensende des Nasi Simeon Len Gamaliel'). Schon im Mutterleibe ward er eine Waise von väterlicher Seite und beim Eintritt ins Leben verlor er auch die, die ihn geboren (Kiddusch. 31b). Nur die Liebe einer altern Schwester konnte die Jahre seiner Kindheit verschönern, über die das sorgsame Auge eines 1) Vgl. Jebam. 64b. Dort wird auf Grund eines von N. Jochanan mitgetheilten FaMms festgestellt, welche von zweien eine Ansicht des 9t. Simeon b. Gam. verschieden referirenden Beraitot die spätere sei, indem vorausgesetzt wird, daß N. Joch, sich nur der letzten Lebenszeit des Nasi habe erinnern können und daher diejenige Beraita, welcher jene Thatsache entspricht, die später gewonnene Ueberzeugung des N. Simeon b. G. enthalte (vgl. Nascht das.). Nun muß R. Jochanan zur Zeit jener Thatsache, da אץ עירות לתינוק (Jer. Synhedr. 7, 2), bereits 13 Jahre alt gewesen sein. Er kann aber unmöglich ein viel höheres Alter damals gehabt haben. Denn hätte er z. B. bei dem Tode des Nasi 16 Jahre gezählt, und reichte also seine Erinnerung als gültiges Zeugniß 3 Jahre zurück, so hätte ja die von ihm berichtete Thatsache der Meinungsänderung des Nasi vorangegangen sein können und der dort geführte Beweis wäre nicht stichhaltig gewesen. — Wenn dagegen Jonra 82b erzählt wird, daß die Mutter des N. Jochanan vor dessen Geburt an י״ז״ב vor 9t ab bi (N. Jehuda hanasi) erschienen, so geschah dies wohl, bevor dieser noch Nasi war, da ihm auch dann der Titel Nabbi gegeben wird, wenn von seiner vornasiatischen Zeit gesprochen wird (ek. jer. Sabb. 10, 5). Das שמעתי מהזלבי אושא aber (Bab. batr. 28 a) mit dem später es erklärenden מאן הולכי אושא ר׳ ישמעאל kann natürlich nichts anderes als ein mittelbares Hören bezeichnen, eben so wie das so oft vorkommende אמרר׳ יוהגן משום ר׳יש״ב״י, wofür d. Jerusch, immer 2שם hat. ek. Bab. batra 114b. Naschbam 811b voce אמר ר׳ יוחנן משום• ר׳ יהודה.

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