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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 7 · p. Seite 273

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 7
Article
Die Präsidentur im Synhedrium
Date
1855-01-01
Page
Seite 273 (sequence 8)
Language
German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 273 und ca. 7V Jahre darauf finden wir den Tempel zu Leontopolis gegründet. — Aber nicht nur nach׳ außen hin, sondern auch in nächster Nähe, sogar innerhalb des Gerichtshofes selbst zeigt sich dessen Ansehen und Autorität geschwächt; die sadducsiische und fast gleichzeitig die effäische Sekte machten sich geltend, und ein Bruch war unausbleiblich. — Von den Sadducäern ist es bekannt, daß sie bei «dEwichtigsten Priesterdiensten im Tempel, wie bei der Zubereitung des Reinigungswassers, des Räucherwerks am Versöhnungstage (Joma Ln. 53 a), ferner bei Einsetzung des Wochenfestes (Menachot 65V) u. ci. m. mit den andern Synhedrial - Mitgliedern im Streite waren, daß sogar zuweikenEder Hohepriester ihrer Schule angehörte (das.). — Hinsichtlich der Effäer beniühten wir uns, in einem Aufsätze ״die Essäer und ihre Gegner" nachzuweisen, daß sogar mehrere Schulhäupter (nach Chagiga 2, 2 נשיאים), Jose ben Joeser, Jehoschua bcn Perachja und Jehuda ben Tabbai sich zum Theil essäischen Lehren zuwandten, wie auch, daß der Streit in Betreff der Semicha (Chagiga 2, 2) ein Principienstreit war, weshalb so viel Gewicht daraus gelegt wurde (vgl. auch jerus. Synh. 17. 6). — Als nachher beide Secten, die sadducäische wie die effäische, in Verfall gerathen waren, mußte man beanstanden, selbst die genannten Schulhäupter ausdrücklich Mitglieder jener großen Synagoge zu nennen, und nur hie ünd da sind, wie oben ausführlicher nachgewiesen worden, noch Spuren anzutreffen, daß sie dennoch;שיירי כנסר הגדולה sind. — Eine höchst auffallende Erscheinung, worüber wir jedoch durch das bisher Gesagte einige Lichtstreifen erhalten, ist, daß von Simon dem Gerechten an, dieser mit eingeschloffen, consequent einige Generationen hindurch gerade die vom Ref. bezeichneten שיירי כנ״הג insofern von der Sage nicht ganz makellos geschildert werden, daß fast sämmtlicheu in der Mischna das. genannten נשיאים ungerathene Söhne oder Schüler zugeschrieben werden, von denen einige sogar ^Andere Religions-Sekten bildeten. — Noch auffallender aber ist es^daß wiederum fast all diesen Sagen ein augenscheinlicher Anachronismus zu Grunde liegt. — 1) Simon der Gerechte hätte nach Menachot (109 b) einen Sohn, חוניו, der zu Alexandrien (Egypten) einen Tempel gegründet, während der Nachfolger Simons Onias II. und der Gründer jenes Tempels zu Leontopolis nach Josephus a. a. O. Onias V. ca. 150 vor üblicher Zeitrechnung war. •— Bedenkt man noch, daß der Talmud Simon den Gerechten zum Zeitgenossen Alexander des Großen macht, so liegt zwischen Simon und diesem Onias mindestens ein Zeitraum von 130 Jahren. — 2) Antigonus der Sochäer wird (Abot di R. Frankel, Monatsschrift. IV. 7. 2!

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