Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 7 · p. Seite 274

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 7
Article
Die Präsidentur im Synhedrium
Date
1855-01-01
Page
Seite 274 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2829132-2829178-2829186-2853830--02388-2853880
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

274 Wissenschaftliche Aufsätze. Nathaan 5) als Lehrer zweier, in Folge eines mißverstandenen Ausspruches des Meisters abtrünnigen Schüler, Zadnk und Boethus, genannt, welche später als Stifter der sadducäischen Sekte galten. — 3) Jose ben Joeser hatte nach Baba batra 133b einen nngerathenen Sohn, der die Tochter eines in Diensten des Königs Janai stehenden Mannes geheirathet. — Mag dieser ינאי מלכא auch Jochanan Hyrkan (von 135—107 ante) sein, so ist doch der Anachronismus auf der Hand, da Jose ben Joeser mindestens 160 ante bereits todt war, der Sohn aber bei Lebzeiten des Vaters schon in reifem Mannesalter gewesen sein mußte, daß Letzterer an ihm die Entartung schon merken konnte, und ihn in Folge dessen enterbte. -— Wie höchst unwahrscheinlich wäre es nun, daß die in Rede stehende Verheirathung erst einige und zwanzig Jahre darauf stattgefunden; ganz abgesehen davon, daß gewöhnlich unter ינאי מלכא Alexander Janai (st. 78 ante) zu verstehen ist, was die Kluft betreffs der Zeit Noch bedeutend erweitern würde. — 4) Jehofchua ben Perachja wird (Sota 47a u. Sanhedr. 107b) als Meister des Stifters der christlichen Religion genannt. Da differirt die Zeit, wie schon von Vielen (Tosafot, Jochsin) bemerkt wurde, um mehr als 100 Jahre. — 5) Jehuda ben Tabai, nach der wahrscheinlichen Meinung (Ehag. 16b) Schülöberhaupt, wird wenigstens (ibid. und jerus. Sanhedr. 32 a Auf. des 6. Cap.) ein Justizmord zugeschrieben. Und ist es höchst wahrscheinlich, daß das (Synhedr. 103a und Berachoth 17b) או תלמיד שמקדיח תבשילו מדמיח p 6שלא יהא לנו) aus die erst genannten vier Schulhäupter hinzielte. — (Fortsetzung folgt.) 6) In diesen beiden citirten Stellen heißt es bekanntlich in den älteren Talmudausgaben!׳■um כגון ישו, welche drei Worte ln spätern Ausgaben weggeblieben sind. — Uns scheint jedoch die Leseart des Aruch Art, קדה, wonach es in Synhedr. 103 heißt שמקדיח הבשילו בגון ידבוןמ und in Berach. 17 שמקדיח הבשילו בדבימ ב«; מושק, als die ursprüngliche und richtige, was auch in diese beiden Stellen gut hineinpaßt. — In ersterer werden nämlich diese Worte (Ps. dl) dem David in den Mund gelegt, womit er seinen Sohn Salomon gesegnet, daß die Theilung des israelitischen Reiches nicht schon zu seiner Zeit stattsinde, also Jorobain. — In letzterer werden blos biblische Personen angeführt אחיתזפל דואג והוי, woher käme es, daß man hier aus eine nachbiblische Person gerathen? — Es dürfte also eine umgekehrte Corrumpirung in den betr. Ausgaben älterer Zeit stattgefunden haben, und neuere Verleger, die blos diese corrumpirte Leseart kannten, fanden sich wie natürlich genothigt, das 'בגו;ובו ganz wegzulaffen. —

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.