Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Zur Charakteristik neuerer Reisebeschreibungen
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 255 (sequence 6)
- Language
- German
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Zur Charakteristik neuerer Reisebeschreibungen. 255 Auf diese Belehrung Abu Dahuk's bauet Herr de Saulcy ein ganzes System von Städten. Zoar, schließt er, kann nicht weit entfernt sein. Einige Tage später passirt er denselben Weg und kommt in den Wadi-es-Zuweirah. Dieser Name hat einige Aehnlichkeit mit Zoar. Er weiß daß Jrby und Mangles, Seetzen und Lynch die Ruinen von Zoar an dem Eingänge von Wadi- Kerak, an der Nordbai der südöstlichen Halbinsel des todten Meeres gefunden haben: und dieses widerspricht seiner Entdeckung. Herr de Saulcy will die Berichte dieser Reisenden und auch die der heiligen Schrift Umstürzen, nur gebraucht er die Vorsicht, die heilige Schrift mit seinen Erklärungen anzuführen, so daß sie zu seinen Gunsten zu sprechen scheint. Die Schrift z. B. versetzt ausdrücklich Zoar nach Moab; um das Zuweirah der entgegengesetzten Küste in das Gebiet von Moab zu bringen, ziehet er Moabs Grenzen rechts durch den Mittelpunkt der Provinzen von Jehuda und Simons. So wünscht er auch Adama hoch und entfernt gelegen in den Gebirgen der Wildniß Jehuda's. Er stehet dort eine Stelle von einiger vulcanischer Beschaffenheit, welche Abu Dahuk Sukel-Thämah nennt, und welche er auf einmal als Adama erkennt. Zeboim findet er in dem Herzen von Moab. Und um endlich seinen Entdeckungen das Siegel der Wahrheit aufzudrücken, ruft er die ihn begleitenden vier jungen herzlich, heitern Franzosen als Zeugen an! — Aber der Reisende hat sich in seinen Irrthümern, die er vorsätzlich oder unvorsätzlich der Welt vorlegt, verstrickt. Ich besuchte mit den Beduinen desselben Abu Dahuk die Saracenische Ruine von Es-Zuweira, welches nichts ist als Ueberbleibsel eines kleinen Kastells auf einem weißen Kalkfelsen von 150 Fuß Höhe auf dem Boden eines ausgebrannten Kraters, zwischen, vier bis fünf Meilen von der Südwestküste des todten Meeres. Von da kam ich zu den Wadi-es-Zuweirah und ging durch die Ebene, welche de Saulcy für die Ebene 3) Also im Westen vom todten Meere. — Es ist aber die Frage, ob das Zoar Genes. 19 mit dem Zoar Moabs, wenn es auch in vielen Werken für Eines angenommen wird, dann wirklich identisch sei? Zoar ist nach Genesis eine kleine Stadt, das Zoar Moabs scheint nach Jes. 15, 5. Jerem. 48, 35 von Bedeutung gewesen zu sein. Dann konnte man auch ohne das allerdings unrichtige Auskunftsmittel de Saulcy's Zuweirah für das Zoar der fünf Städte nehmen. Nur ist auf eine ähnlich lautende Benennung ein sehr geringeS Gewicht zu legen. F.