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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 7 · p. Seite 252

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 7
Article
Zur Charakteristik neuerer Reisebeschreibungen
Date
1855-01-01
Page
Seite 252 (sequence 3)
Language
German
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252 Zur Charakteristik neuerer Neisebeschreibungen. Copie seiner handschriftlichen Karte vom tobten Meere zu nehmen, und St. Vivien gab mir dieselben geographischen Fragen und Belehrungen, mit denen er de Saulcy'versehen hatte. Im Verlaufe meiner Forschungsreise in Palästina kam ich nach den Ortschaften, an denen Herr de Saulcy vermeint seine vorzüglichste Entdeckung gemacht zu haben, nämlich nach den Südküsten des tobten Meeres. Bon dieser Stelle hat der französische gleisende die Neuigkeit mitgetheilt, er habe gefunden vier der in Genesis 14, 2 erwähnten Städte, nämlich Sodom, Adama, Zeboim und Zoar; die Ruinen von Amorrha will er an dem nordwestlichen Ende des Meeres entdeckt haben. Bei meiner Zurückkunft aus dein heiligen Lande theilte ich Herrn de Saulcy mit, was ich in dieser Gegend gefunden habe — nichts als lauter Ruinen. Aber diese Mittheilungen wurden, wie leicht zu vermuthen war, bei Seite gelegt, und der Welt wird jetzt erzählt, wie ׳diese fünf Städte von Herrn de Saulcy aufgefunden worden — zu schweigen von einem Heere anderer Entdeckungen biblischer Städte —• und um das Ganze zu krönen, die Auffindung der eigentlichen Gräber der Könige von Jehuda, auf der Nordseite von Jerusalem, aus denen der französische Reisende einen Sarcophag mitbrachte, der jetzt mit großem Gepränge in der Galerie des Louvre, als nicht weniger als der eigentliche Sarg Davids aufgestellt ist! Welche reiche Nahrung hier für den Liebhaber des Außerordentlichen und Wunderbaren! Doch ich fragte mich selbst: muß denn die Welt in solcher Weise getäuscht werden? Gewiß nicht. Aber eine andere Frage war, ob ich dazu berufen sei die Jrrthümer des Herrn de Saulcy zu bezeichnen: und ich thue es nur mit Widerwillen. Das fabelhafte Buch des Herrn de ׳Saulcy wird von Männern der Wissenschaften geprüft werden, und Herr Jsambert hat einen Th eil in dem ״Bulletin der Gesellschaft für Geographie zu Paris" (Societe de Geographie de Paris) einer Kritik unterworfen. Doch den sogenannten Entdeckungen kann nur der vollständig entgegentreten, der diesen Weg Schritt für Schritt gemacht. Meine Karte des heiligen Landes, das Resultat meiner eigenen Wahrnehmung, wird bald erscheinen und ihre Geschichte erzählen: man mag sie vergleichen mit den flüchtigen Berichten des Herrn de Saulcy. Ich darf auch sagen, daß die folgenden Bemerkungen meinem sich jetzt

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