Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Zur Geschichte der jüdischen Religionsgespräche
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 249 (sequence 9)
- Language
- German
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Zur Geschichte der jüdischen Neligionsgespräche. 249 trefflichen Einrichtung der Welt und der harmonischen Uebereinstimmung ihrer Theile vernunftgemäßer, an einen Schöpfer, der das All zusammenhält und leitet, zu glauben? — ״Jene Ziegen- und Schafhirten, sagt Celsus weiter, nannten den Einen entweder Gott, oder Höchster, oder Adonai, oder Himmlischer, oder Zebaot oder mit sonst einem andern Namen; und so liege auch nichts daran, ob die Griechen Gott mit Jupiter oder mit einer von den Egyptern oder Indiern entlehnten Benennung benennen". Die Entgegnung des Origenes hierauf ist, als den Geist jener Zeit charakterisirend, sehr bemerkenswerth. In den Benennungen selbst, spricht er, liegt ein eigenthümlicher Ausdruck, und in den Namen Zebaot und Adonai ist ein geheimer Sinn verborgen; und daher sind diese Namen, wenn sie mit einer gewissen Weihe ausgesprochen werden, zur Vertreibung der Dämonen wirksam. Man füge diesem hinzu, was die in Beschwörungen Erfahrnen sagen: die Beschwörung zeige nur ihre Wirksamkeit in je der eigentlichen Sprache. So haben die in egyptischer Sprache ausgesprochenen Namen der Dämonen eine andere Kraft, eine andere die in persischer Sprache^). — Origenes führt aber auch einen andern vernünftigern Grund an. Bei der Benennung Jupiter denkt man zugleich daran, daß er der Sohn des Saturns und der Rhea, der Gatte der Juno, der Bruder Neptuns, der Vater der Minerva und der Diana sei: und so ist zugleich das ganze Heer der Götter eingeführt ^). Wir kehren nach dieser Umschau zu den in den talmud. Schriften erwähnten Religionsgesprächen zurück. Sie werden aus dieser Periode aus der früher gedachten Ursache nur selten angeführt: die Juden mochten sich nicht auf sie einlassen. Doch konnten sie, jemehr das Christenthum zur weltlichen Macht heranwuchs, sich nicht den Colloquien entziehen; und es deutet ein Lehrer das Unliebsame solcher Besprechungen an*). Der am Hofe eines römisch-syrischen christlichen Statthalters angesehene R. Abuhu (3׳. Jahrh.) hatte hierzu öfter Gelegenheit und 2) Origenes beruft sich schon früher hierauf. Celsus sagt nämlich, die Beschneidung sei von den Egyptern entlehnt. Worauf Origenes, sie ist zuerst dem Abraham anbefohlen. Und er ist allgemein als ein göttlicher Mann anerkannt: Jene die Dämone austreiben Haben in ihrer Beschwörungsformel die Worte ״Gott Abrahams", ohne daß sie von Abraham selbst Genaueres wissen. 3) Das bisher Angeführte das. p. 13—-20. 4) Vgl. X. Jahrg. S. 219. 220.