Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 7 · p. Seite 250

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 7
Article
Zur Geschichte der jüdischen Religionsgespräche
Date
1855-01-01
Page
Seite 250 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829178-2829186-2853827--02359-2853856
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

250 Zur Charakteristik neuerer Reisebefchreibungen. eignete sich hierdurch eine gewisse dialektische Fertigkeit an. Andere Gelehrte befaßten sich nicht mit diesen keinen Erfolg versprechenden, und nur an Verdrießlichkeiten reichen Dispu׳ tationen. Es wird nun erzählt (Aboda Sara 4a): R. Abuhu rühmte einst den R. Safra als einen gelehrten Mann, und man erließ ihm die Steuer von dreißig Jahren. Eines Tages trafen ihn einige Christen (von Hofe) und sagten zu ihm: ״Es heißt ״nur euch habe ich erwählt von allen Familien der Erde, darum werde ich an euch alle euere Sünden ahnden" (Amos 3, 2): wenn Jemand einen heftigen Zorn hat, wird er ihn an seinem Freunde auslassen?" (Dieses war, wie bekannt, ein von christlicher Seite häufig angeführtes Argument gegen die Juden.) 3t. Safra schwieg und antwortete nicht, und sie warfen ihm ein Tuch um den Hals und mißhandelten ihn. R. Abuhu kam gerade hinzu und sie sagten ihm: ״Dieses ist dein großer Gelehrter?" ״Er ist gelehrt in seinen Studien, aber nicht in den Schrift»ersen". ״Und Du?" ״Da ich oft bei euch bin, so muß ich über sie Nachdenken", ״So sage Du uns also den Sinn". ״Ich will ihn euch durch ein Gleichniß erklären/ Ein Mann hatte Zweien Geld geborgt, deren einem er gewogen, dem andern abgeneigt war. Bon dem Freunde forderte er allmälig, von dem Uebelgelittenen auf einmal die Schuld ein. Gott ahndet zwar, seine Gerechtigkeit läßt nicht zu, daß er uns, sind wir auch von ihm erwählt, die Sünden ungestraft hingehen lasse, aber die Ahndung ist in Liebe, allmälig: er straft nicht mit Zorn sondern ahndet nur"^). (Fortsetzung folgt.) Zur Charakteristik neuerer Reisebeschreibungen. . In der Sitzung der Palästinisch-archäologischen Gesellschaft, über die im vor. Hefte berichtet wurde, theilte der holländische Ritter van der Velde ein Memoire, die Pseudoentdeckungen des Herrn von Saulcy, mit, das das Vertrauen in die Flut der Reisebeschreibungen, mit denen jetzt die Literatur überschwemmt wird, ziemlich erschüttert. - 5) Mehrere Gespräche dieses R. Abuhu, die jedoch etwas weiter abliegen, vgl. Berachot 10. Synhedrin 39.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.