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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 7 · p. Seite 247

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 7
Article
Zur Geschichte der jüdischen Religionsgespräche
Date
1855-01-01
Page
Seite 247 (sequence 7)
Language
German
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Zur Geschichte der jüdischen ReligionsgesprLche. 247 hinter dem von Celsus obenangestellten Linus, von dem man weder Gesetze noch irgend ein Schriftwerk aufzuweisen hat? — Celsus klagt weiter Jene an, die in Moses' Schriften Allegorien suchen und meint, daß sie nur buchstäblich zu nehmen seien. Wie, ruft ihm Origenes zu, die Götter, von denen deine Weisen, Dichter und Philosophen so manches gar Sonderbare erzählen, als unkeusches Zusammenleben, Aufstände gegen ihre Erzeuger, wie die Erhebung Jupiters gegen seinen Barer Saturn u. dgl. m., stellst du so hoch, und Moses, der nicht von Gott oder von Engeln Unwürdiges erzählt, sondern nur über manches von Menschen verübte Unrecht berichtet, betrachtest du als den der seine Anhänger täuschte? Vergleiche die Gedichte des Linus, Musäus, Orpheus und das Werk des Pherecydes mit den Gesetzen Mosis, die Erzählungen jener mit seinen Erzählungen, deren Sittenregeln mit denen unseres Gesetzgebers und urtheile, welche Gesetze geeigneter sind den Sinn der Menschen zu veredeln! Jene haben nicht den gewöhnlichen Verstand (den gemeinen Mann) berücksichtigt, haben nur für Gelehrte geschrieben, die aus den Allegorien den Sinn zu entwickeln verstehen; Moses hingegen gleicht in den fünf Büchern einem einsichtigen Redner, der ein Wort das einen zweifachen Sinn zuläßt, so anwendet, daß der großen Menge Gelegenheit zur Belehrung geboten ist, und die Weisen, deren Anzahl doch immer die kleinere, Stoff zum Nachdenken und zur Betrachtung sindm"). Und die Bücher deiner weisen Dichter sind nicht aufbewahrt worden, es mag sich in ihnen nichts der Aufbewahrung Werthes gefunden haben. Moses Schriften hingegen haben auch Fernstehende zu diesem Glauben hingeführt, denn hier ist der Gesetzgeber Gott und er hat diesen Gesetzen eine Kraft gegeben, die sich allenthalben entwickelt. — Celsus spottet weiter über die Schöpfungsgeschichte bei Moses, die Welt wurde nach diesen Urkunden vor kaum zehntausend Jahren erschaffen, aber es sind doch viele Weltbrände und Ueberschwemmungen, deren letzte zu den Zeiten Deucalions, vorhergegangen. Was 8> Das. x>. 13. 9) Es wurde schon oben über die in der fpätern Zeit vorherrschende symbolische Auffassung der alten Göttersagen bemerkt. Auch Celsus scheint hierin befangen, und Origenes, in dessen Schriften überhaupt die Symbolifirung stark hervortritt, sucht die Ehre der Allegorie der mos. Schriften zu retten, nur findet er auch ihre einfache Redeweise lobenswerth.

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