Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Zur Geschichte der jüdischen Religionsgespräche
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 244 (sequence 4)
- Language
- German
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244 Zur Geschichte der jüdischen Religionsgespräche. rechtigte oder gleich rechtlose Parteien; die Polemik bewegte sich also nur auf religiösem Gebiete. Ein Punkt möge noch hervorgehoben werden: die sich bei Justin häufig wiederholende Anklage, die Juden lassen sich von. ihren Lehrern leiten und verleiten, daher vermögen sie nicht die Wahrheit zu erfassen. ״Euere Lehrer geben sich des Weiten und Breiten damit ab, wirst er (p. 374) Trypho vor, warum Abraham bei Umänderung seines Namens ein et, Sara ein r mehr bekommen habe; aber warum aus Ause (Hosea) Jesus (Josua) geworden kümmert sie nicht". Kann man die ungemeine Unwissenheit st, die sich noch dazu anmaßt die eigentliche Belehrung zu geben, nur belächeln, so kann nnan von der andern Seite sich nicht eines schmerzlichen Gefühls bei dem Gedanken entwehren, daß diese Sprache sich auch in den darauffolgenden Jahrhunderten der Herrschaft des Christenthums häufig vernehmbar machte und zu feindlicher Ausführung gegen die Juden aufstacheltest. 7) Ju.stin I)äft dafür, daß die Umänderung Abraham in einem hinzugefügten a gelegen habe. Die Septuaginta konnte freilich Abraham für Abram ('Aßpaap. ----- *Aßpap.) nicht anders geben. Ueber das verdoppelte r in.Sara vgl. Vorstudien S. 122. 123. Anmerk. g. Ueber Ause vergl. das. S. 116 Anmerk. d. — Die Nabbinen erklären übrigens die Umänderung des Hosea in Josua (Sota 34), und machen im Gegentheile nicht viel Aufhebens von Abram und Abraham ff. vgl. Beresch. rab. 46. Justin scheint hier Philo im Sinne gehabt zu haben, der sich über Abram und Abraam (er nahm in seiner Unkenntniß des hebr. Originals ebenfalls die Umänderung in dem verdoppelten a an. vgl. Mein Programm S. 39) in weitläufiger mystischer Symbolik erklärt, vgl. de Cherubim p. 109. de Mutat. 110m. p. 1054. 1055 und sonst. Und Philo wird mit den Nabbinen identificirt, deren Forschungsgang dem Philonischen diametral entgegengesetzt ist! (vgl. Programm S. 3. 34 ff.) 8) Wir bemerken hier noch eine von den Auslegern nichtv erstandene Stelle bei Justin p. 372, in welcher er sagt: ״euere Lehrer geben sich mit Kleinigkeiten sehr scrupulös ab, als: warum die weiblichen Kameele an dieser Stelle (nicht) genannt werden oder was die genannten weiblichen Kameele bedeuten ($ta t\ xdku1־r)X0t fjt.lv Siq'Xeiat sv tcoSs rtp totc« טס XeyovTav, ף r\ afotv al X£yop.£vat xap.Y!Xot 2*iX£tav). Dieses ist in Beziehung zu 1. B. M. 32, '16. Es werden in diesem wie in dem vorhergeh. V. bei den anderen Gattungen auch die Männlichen angegeben, nur bei den Kameelen fehlen die Männlichen. Der Midrasch ivergl. BereschiL rabba c. 76) knüpft hieran (aber nur in sehr kurzen Worten) eine sittliche Anspielung. Justin, bei dem Wissen und Genamgkeit gerade nicht die starke Seite sind, hat das Gegentheil angegeben, warum sie nicht genannt werden. Vielleicht ist das טס vor Xeyovtav ein Abschreibefehler; dafür scheint das darauffolgende rj t\ s^ertv at kyo^vat xap.. ÄsiXetat zu sprechen. Daß dieser erst später angeführte Midrasch schon in Justins Zeit gekannt war, ist nach dem Vorstudien S. .182 Bemerkten nicht befremdend.