Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Zur Geschichte der jüdischen Religionsgespräche
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 242 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829178-2829186-2853827--02351-2853848- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
242 Zur Geschichte der jüdischen. Neligionsgespräche. Juden nichts ein; Lot jedock) der gewöhnliche Sinn Auffallendes, so hatten sie der symbolischen Umdeutung eine von srüher Zeit überkommene Erklärung entgegenzusetzen, der die Gegner, wären sie einer unparteiischen Würdigung fähig gewesen, ihren Beifall nicht hätten versagen können. Der Erzählung ״wenn Moses seine Hände aufhob siegte Israel, wenn er sie sinken ließ siegte Amalek ff." (2. B. M. 17,11) wurde in Uebereinstimmung mit der erwähnten Auffassung des Josua die Deutung des Kreuzeszeichen gegeben. Hiergegen erwachte sogar bei christlichen Theologen das daß Moses nicht seine Hände ausstreckte, sondern Me die Schrift sagt ״er hob sie auf"2 3 4); doch in früherer Zeit Mrde diese Auffassung als die allein berechtigte urgirtlff Wie einfach und würdig erklärt die Mischna (Rasch Häschana 29): ״Deranlaßten etwa die Hände Mosis den Sieg oder die Niederlage? Es wird aber hiermit angedeutet: wenn Israel den Blick nach Oben richtete und sein Herz dem himmlischen Vater unterwarf war es Sieger, im Gegentheile unterlag es". — Der von Moses gemachten ehernen Schlange (4. B. M. 21, 9) wich ebenfalls von Justin eine Deutung in obigem Sinne gegeben ff Die angeführte Mischna fährt fort : ״So heißt es auch ״mache dir eine Schlange und setze sie auf eine Stange, und wer gebissen werden wird der blicke auf sie und er wird am Leben bleiben". Tödtete oder belebte die Schlange? Aber wenn Israel gegen Oben schauete und sein Herz dem himmlischen Vater unterwarf wurde es geheilt, wo nicht so siechte es hin". Ein wichtiges Moment in diesen Religionsstreitigkeiten scheint endlich die von den Juden in Abrede gestellte Authenticität mehrerer, von ihren Gegnern als biblisch angeführten Stellen gewesen zu sein. Erkannten sie schon die symbolische Auffassung unrichtig und fanden in den Personen und Erzählungen einen ganz andern natürlichen Sinn, so mußte vollends 2) Das. p. 310. vgl. Anmerk. 8 das. 3) Vgl. Tertullian. advers. Judaeos p. 196. Paris 1664* 4) Dialog p. 322. Tertullian a. a. O. — Die SHrist Tertullians ist bis auf einige Zusätze nur eine Wiederholung tzon Justins Dialog; und es ist wahrzunehmen, daß Justins Argumente die "allgemein gangbaren waren. Bemerkenswerth ist, daß, wie Tertullian im Eingang seiner Schrift erzählt, sie aus einem Iieligionsgespräche Mischen einem׳ jüd. Proselyten und einem Christen, bei dem er anwesend war, hervorgegangen ist.