Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Zur Geschichte der jüdischen Religionsgespräche
- Date
- 1855-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Zur Geschichte der jüdischen Religionsgespräche. (Fortsetzung.) Wie den Gesetzen und prophetischen Sprüchen, so wurde, da einmal die symbolische Auffassungsweise bMbt war, auch den biblischen Erzählungen ein mystischer Sinn zu apologetischen Zwecken untergelegt. War es bei den Gesetzen ein Act der Abwehr, da das Christenthum sich von dem Vorwurfe,des Abfalls von der alten Lehre zu befreien hatte, mochtßKMferner bei der Auslegung der prophetischen Sprüche Pas "religiöfe Interesse bedeutend geltend machen, da die messianischen Ver- Heißungen nothwendig zu der neuen sie als bereits in Erfüllung gegangen verkündenden Lehre in Verbindung gebracht werden mußten, so ist als Rechtfertigung für die symbolische Umdeutung der Erzählungen nichts anzuführen als — das Gewöhn׳ heitsrecht. Man hatte sich in diese Anschauung hineingelebt, sie war wie früher (S. 174) bemerkt wurde, von der auf ähnlichem Gebiete zur Herrschaft gelangten neuplatonischen Auffassungsweise herübergetragen und wurde nun zur Selbster- Haltung angewendet: die Kraft und Tragweite dieser Waffe sollte sich aus allen Gebieten geltend machen. In der Person des in der Schrift oft vorkommenden Josua, der in der griechischen Uebersetzung Jesus lautet, sollte der Stifter der christl. Religion erblickt werden; so in Josua, dem Diener Mosis, in dem Hohepriester Josua (Zachar. 3, 1 ff), in dem an sich Ledeutungslosen Josua, in dessen Feld die aus dem Lande der Philister zurückkehrende Bundeslade gestellt wurde (1. Sam. 6, 18)! ch. — Gegen derartige Argumente wendeten natürlich die 1) Dialog p. 254, 274, 382 und sonst. Und Trypho macht hier sogar — vgl. p. 308 — halbe Zugeständnisse! Nrankel, Monatsschrift. IV. 7. 19