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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 6 · p. Seite 232

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 6
Article
Ein Erklärungsversuch des achtundsechzigsten Psalms
Date
1855-01-01
Page
Seite 232 (sequence 9)
Language
German
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232 Wissenschaftliche Aufsätze. sein allmächtiger Wille geschieht sofort, vgl. Hab. 3, 9 (״einer großen Menge von Sperren gleich ist das Wort Gottes"). — Die Verkündenden sind die vermittelnden Naturkräfte, welche den Willen Gottes zur Wirklichkeit machen, gleichsam den zur Erscheinung kommenden Naturkrästen den Befehl des Schöpfers überbringen. Sie stehen Gott in großer Menge zu Gebote, umringen seinen Thron wie zahlreiche Dienerschaft den Thron des irdischen Herrschers, vergl. Hiob 36, 32 (״der Unsichtbare bedeckt seine schaffenden Hände mit Licht und gebietet der Natur durch einen Vermittler"). V. 13. Könige der Heere d. h. mit großen Heeren. — Das doppelte (von Tü) ifl höchst malerisch: Ungeachtet ihrer Stärke taumeln sie kraftlos hin und her, weil es der Herr so will, und Israel hat Nichts zu thun, als ihre Beute zu theilen. — ביה Md die Schöne des Hauses, die geliebte Hausfrau im-Pallaste des Herrn, seine Gemeinde (vgl. Jer. 6, 2, Hof. 2, 18 u. Spr. 9, 19). Die Bedeutung Bewohnerin ist nicht so erwiesen und gibt einen matten Sinn. — V. 14. Bald kann der Herr nach Besiegung der Feinde Israel zur ruhigen Niederlassung in dem eroberten Lande einladen. — Das ״Niederlassen zwischen Hürden" ist wie Nicht. 9, 16 ein Bild der behaglichen Ruhe. — אם als Fragepartikel in einzelner, directer Frage wie.1. Kön. 1, 27 (die von Gesenius (dritte Ausl.) unter B, 3 u. 4 angeführten Stellen sind sämmtlich unrichtig). — Israel mit einer Taube verglichen, wie Ps. 74, 19. ■—■ אברה hier ganz gleichbedeutend mit!הכף, wechselt mit diesem, weil das Bedecktsein hier auch von den Flügeln hervorgehoben werden soll. — Israel war so reich mit erbeutetem Silber und Gold beladen, daß es einer weißen Taube mit gelben Flügeln glich. V. 19. Diesen Glanz hat es von Gott erhalten, als die besiegten Könige in die Flucht geschlagen wurden״ und finsteres Unglück sie verfolgte. — פרש, eigentlich ausbreiten, dann auseinanderziehen, zerstreuen, wie Sach. 2, 16בה תשלג — .׳ Du riefst an ihr Schneeglanz hervor. Der Silberglanz wird hier von dem Dichter in einen Schneeglanz verwandelt, weil im ersten V. des nächsten Strophengliedes Jerusalem mit einem hohen, also schneebedeckten Berge verglichen wird. — צי^מון braucht hier nicht der einmal Nicht. 9, 48 genannte Berg bei Sichem zu sein, sondern es bedeutet Finstern iß — dem arab. vgl. M'te. V. 16 —19. Auch in der Erwählung seiner Offenbarungsstätte hat der Herr seine huldvolle Herablassung und seine Vorliebe für Israel

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