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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 6 · p. Seite 216

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 6
Article
Zur Geschichte der jüdischen Religionsgespräche
Date
1855-01-01
Page
Seite 216 (sequence 12)
Language
German
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216 Zur Geschichte der jüdischen Religionsgespräche. den Menschen in ihrem Ebenbilde. — Sie fragten ferner: Es heißt ״El, Elohim, der Ewige weiß es" (Josua 22, 22). Er weiß, aber nicht sie wissen, war die Entgegnung; Es heißt: ״El, Elohim, der Ewige spricht und ruft die Erde" (Pf. 90,1). Er spricht und ruft, aber nicht sie sprechen und rufen (j. T. Berachot 9,1. Beresch. rab. 8).— Es folgen hier noch mehrere Fragen, die sich darauf beziehen, daß Elohim ein Adjectiv der vielfachen Zahl habe (vgl. 5. B. M. 4, 7. Josua 24,19): Fragen die nur Jene richten konnten, die die h. Schrift in der Ursprache lasen. Justin, der wie die Kirchenvater überhaupt — mit Ausnähme des Origenes und Hieronymus — die Schrift nur aus der griechischen Uebersetzung kannte (vergl. weiter), hatte keine Ahnung dieser Fragen. Die mit dem R. Simläi Disputirenden lebten wie dieser in Palästina, wo auch bei den Christen sich einige Kunde des Hebräischen finden mochte. Wir gehen nun zu den Stellen über, in denen die Juden die, vielen Schriftstellen von christlicher Seite gegebene falsche Beziehung zurückzuweisen hatten. Psalm 110, Vers 1 heißt es: ״Der Ewige spricht zu meinem Herrn, setze dich nieder zu meiner Rechten"; die griechische Uebersetzung hat: der Herr sagt zu meinem Herrn. In diesem zweiten ״Herrn", das neben dem ersten ״Herrn" gesetzt ist, vermeint Justin schlagend die wesentliche Göttlichkeit seines Lehrers wahrzunehmen (p. 184. 282). Wenn Trypho sich nicht hierauf in eine Widerlegung einläßt, so ist auch hier nicht mit ihm zu rechten; wer die Schrift richtig las, konnte nur über diesen Unsinn lächeln. Aber Justin meint noch aus anderen Hinweisungen diesen Psalm nach seiner Weise deuten zu müssen. Bemerkenswerth ist die Antwort, die, wie Justin sagt, die Juden entgegenhielten: dieser Psalm beziehe sich auf Hiskia, König von Jehuda (p. 282.284). — Psalm 24, meint Justin, könne ebenfalls nur in obiger Weise aufgefaßt werden und er ereifert sich über den Unsinn der Juden, welche diesen Psalm auf Salomon, als er die Bundeslade in den Tempel brachte, beziehen wollen!!! (p. 120. 282). Dasselbe gilt vom Psalm 44 und 99, welche nach Justin ebenfalls nur in obiger Weise verstanden werden können (p, 124). Justin vermeint ferner, daß Psalm 97 ebenfalls nur so aufzufassen sei. Aber hier mochte der gute Justin selbst seine Schwäche gefühlt haben und er läßt den Trypho entgegnen, daß dieser Psalm doch richtig auf

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