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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 6 · p. Seite 214

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 6
Article
Zur Geschichte der jüdischen Religionsgespräche
Date
1855-01-01
Page
Seite 214 (sequence 10)
Language
German
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214 Zur Geschichte der jüdischen Religionsgespräche. lemischen Einwürfe und Zurückweisungen dieser oder jener Partei wiedergeben zu wollen; nur über den mündlichen Eonflict, wie er in Wirklichkeit stattfand, oder wie er als Fiction in der Idee eines Vertreters dieses oder jenes Glaubens auftauchte, soll hier berichtet werden. Wir heben daher folgende vier Hauptmomente aus diesem Dialoge hervor. Erstens: die Juden entgegnen auf Einwürfe, die aus der Schrift gegen sie hergeholt werden. Zweitens: die Juden weisen nach, welche Deutung der nach ihrer Beziehung unrichtig aufgefaßten Stelle zu geben sei. Drittens: sie scheinen darauf hingewiesen zu haben, daß die beliebte mystische Deutung zur Götterlehre zurücksühre. Endlich viertens: setzten sie den Gegnern entgegen, daß viele ihrer aus der Schrift angeführten Citate falsch seien. Für das Erstere haben wir bisher einige Beispiele angeführt, und hier bemerken wir noch als Curiosum eine Erklärung, welche die Juden einer Schriftstelle gegeben haben sollen. Aus den Einwurf gegen die Gültigkeit des Gebotes hinsichtlich der zum Genüsse erlaubten und nicht erlaubten Thiere, ״warum dem Noah, der doch ein frommer Mann war, alle Thiere zum Genüsse gestattet worden seien" sollen die Juden geantwortet haben: ״Es heißt ״wie das Kraut habe ich Euch Alles gegeben" (1. B. M. 9,3); nun ist aber nicht alles Kraut genießbar, also ist hier schon ein Vorbehalt, welcher später auf den Genuß der Thiere angewendet wurde" (x. 68). Wir lassen dahingestellt sein, ob nicht Justin selbst diese freilich nicht sehr ingeniöse Entgegnung fingirt, oder mit ihr von irgend einem Witzbold abgewiesen worden sei: in den Midraschim findet sich nirgends hiervon eine Spur. — Mehr wird gedacht folgenden Einwurfes, den Justin erhebt. Es heißt: ״Der Ewige ließ regnen auf Sodom und Gomorra Schwefel und Feuer von dem Ewigen, vom Himmel" (1. V. M. 19; 24): hier scheinen also zwei Gottheiten bezeichnet. Diese Frage wird im Talmud (Synhedrin 38b)' angeführt. Es heißt daselbst: Ein Sadducäer'b) befragte den Rabbi Jsmael ben Jose (lebte in der zweiten Hälfte des 2. Jahrh.): es heißt ״der Ewige ließ regnen u. s. W. von dem Ewigen", da sollte es heißen von sich (מאתו). Ein Wäschewalker 8) Ls wurde schm früher bemerkt, daß dieser Ausdruck durch die Lensurfessel oft unrichtig sei und für נוצרי oder )'v (und auch dieses uneigentlieh) stehe.

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