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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 6 · p. Seite 211

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 6
Article
Zur Geschichte der jüdischen Religionsgespräche
Date
1855-01-01
Page
Seite 211 (sequence 7)
Language
German
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Zur Geschichte der jüdischen Rcligionsgespräche. 211 umsonst ihren Pentateuch durch einen Zusatz versälscht haben8). — Eine Polemik über eine höchst ausfallende Deutung des Gesetzes der Leviratsehe^) hatte R. Simon ben Eleasar — er wie der obige R. Eleasar b. Simon waren jüngere Zeitgenossen des R. Meir — mit einigen samaritanischen Gelehrten, und er weiset ihnen sprachlich das Unrichtige ihrer Auffassung nach *)• Wir betreten nun den Boden der Religionsgespräche zwischm Juden und Christen. Die Quellen der Ersteren bringen aus dem Beginn dieser Periode ein Colloquium des in der zweiten Hälfte des 2. Jahrh. lebenden R. Elieser b. Jose mit Christen, die die Vorzüglichkeit des N. T. daraus herleiteten, daß in demselben die Fortdauer nach dem Tode genannt sei. Jener erwiderte: Es heißt Numer. 13, 31 ״ausgerottet ausgerottet soll werden die Person": der doppelte Ausdruck weiset auf eine jenseitige Bestrafung; so lehrt also schon der Pentateuch ein Jenseits (Synhedrin 90). — Wird sonst in den talmud. Schriften aus dieser Zeit wenig der Christen Erwähnung gethan, so fließen um so reichlicher die christl. Quellen und sind die Schriften der früheren Kirchenväter übervoll von Polemik gegen die Juden. Ein eigentliches Religionsgefpräch findet sich jedoch nur bei dem unter Antoninus Pius lebenden Justin dem Märtyrer. Dieses Colloquium führt den Titel: Dialog mit Trypho^). Trypho ()טרפו) wird als Jude eingeführt, der aus dem Hadrianischen Kriege entflohen in Korinth lebt, zufällig nach Ephesus kommt, da dem Justin begegnet, mit dem er sich in ein Gespräch über jüdische und christliche Religion einläßt^). Dieser Dialog ist, wie schon von Vielen erkannt wurde, singirt; ein Jude würde nimmer Justins von ungemeiner Unwissenheit zeigende Citate und Deutungen stillschweigend angehört Habens. 8) I. T. Sota 7, 3. Etwas variirend 0. Sota 33b und Sifri z. St. 9) Die Samaritaner wollen, daß die Leviratsehe nur an der Angelobten (Braut) des verstorbenen Bruders, nicht aber an dessen erheiratheter Frau vollzogen werde. Manches Weitere hierüber vgl. Vorstudien zu der Septuaginta S. 197. Anmerk. 1. 1) Ausführliches über Samaritaner und deren Pentateuch vgl. Ueber den Einfluß ff. S. 237—254. 2) Der Äialog (120 gcutou Xouotlvod 7upö<; Tpucpoivoc ■IouSatov <$10.\00ך<;) bildet den zweiten Lheit der Ausgabe von Otto (Jena 1843), nach welcher hier cittrt wird. 3) Dialog zu Anfang. 4) Bei diesem Tryphon gar an den scharfsinnigen und in der Polemik

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