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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 5 · p. Seite 188

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 5
Article
Hagadische Elemente bei den Kirchenvätern
Date
1855-01-01
Page
Seite 188 (sequence 3)
Language
German
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188 Wissenschaftliche Aufsätze. wollen/, er: habe ihm deswegen einen Trank gegeben, der ihm Diarrhöen verursachen mußte, und in diesem peinlichen Zustande habe er ihn den schmausenden Gästen vorgestellt: Audivi Lyddae quendam de Hebraeis, qui sapiens apud illos et 5sUTspwc־rj£ ־vocabatur, narrantem hujuscemodi fabulam. Zedechias -— ductus est Babylonem; ubi cum quadam die Nabuchodonosor conYivii ferta celebraret, jussit ei dare potionem, qua hausta, venter potentis solveretur in fluxum. Ac subito introductum ante ora epulantium compulsumque vi ventris pollutum esse stercore. Et hoc esse quöd nunc hic scriptura dicit: nae qui pötumdat amico suo etc. (comm. in Habacuc v. c.). Die Originalhagada lautet nicht so ausführlich, רב פתח הוי משקה רעהו וגומר — 1ה נבוכדנצר. מה היה עושה לו(לצרקיה) אותו הרשע? היה מאכילו פת. חמה של שעורים ומשקה אותו .יין חדש מן הגת, וכל כך למה כרי שיתחללו מיעיו (M. E. c. 3 Anfang). Der eben so naive wie giftige Kirchenvater brauchte sich nicht die Mühe zu geben, diese Interpretation zu widerlegen. Sie war von dem, der sie zuerst zu hagäd^schcn Zwecken gebraucht hat, nur als eine individuelle Auffassung gegeben worden; zum Beweise dafür istAic im Talmud ganz und gar verschollen und hat eiiM,andern hagadischen Auslegung dieses Verses Platz gemacht. 1p 33) Die Zahlensymbolik in dem Propheten Zacharias forderte gewissermaßen heraus, den entsprechenden Hintergrund aufzusuchen, und bot der jüdischen Hagadistik wie der christlichen Typik die beste Gelegeuheit, dogmatische Verhältnisse daran anzuknüpsen. Die sieben Lampen mit den sieben Ausgüssen, welche der Prophet im Gesichte aus dem goldnen Leuchter siehet, deutete die Hagada bald aus den Sabbat, bald auf die sieben Patriarchen von Abraham bis Mose, bald endlich auf die sieben Gnadenmittel, welche das Gesetz seinen Anhängern gewährte: Hebe, Zehnten, Erlaßjahr, Jubeljahr, Bcschneidung, Verehrung der Eltern und Beschäftigung mit der Thora. So die Pesikta citirt in Jalkut (zu Zacharias Nr. 570): דבר אחר ושבעה נרותיה כגגד שבעח מצות האמורות בתורה: תרומות ומעשרות שמטין ויובלות והמילה וכבוד אב ואם ותלמוד תורה (כנגד כלם). Hieronymus kennt diese letzte Hagada ebenfalls. Nachdem er christl icherseits die sieben Gnadenmittel des heiligen Geistes in Vorschlag gebracht, erwähnt er die Ansicht der Juden von den sieben Gnadenmitteln des Gesetzes: Septem autem infusoria, in quibus oleum sit, quod mittatur in candelabro luceant, hoc äntelligi volunt (11 istas gratias de coelo ad ho min es per (comment, in Zachar. 4, 2).!1

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