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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 5 · p. Seite 185

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 5
Article
Aus den Vereinigten Staaten
Date
1855-01-01
Page
Seite 185 (sequence 5)
Language
German
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Aus den Vereinigten Staaten. 185 der Verbrecher gehalten, hatte auch in das Fremdenbuch der Synagoge ihren Namen und dabei einige Zeilen des Inhalts geschrieben: sie könne nicht begreifen, wie es noch jetzt Menschen gäbe, die daran zweifeln, daß der Erlöser und Erretter der Welt schon vor langer Zeit gekommen! — Eine jüdisch-amerikanische Dame, die Frau eines Richters im Staate New-Uork, soll hierauf geantwortet haben: ״Die Schreiberin vorstehender Zeilen hat hier einen Vortrag gehalten,- der mit der lieber« schrift: ,,Thirty - thousand criminals — 30,000 Verbrechen — an ״allen Straßenecken angekündigt wurde. Dabei war nur von Verbrechen ״die Rede, die menschlichen Gerichten unterliegen; daß es auch Verbrc- ״chen, wahre Verbrechen an.der Menschheit geben kann, die kein christ- ״Sicher Richter noch jetzt nach 1853 Jahren des Heils verurtheilt, scheint ״Mrs. Brown nicht zu wissen. — Soll nun die Menge der, noch vor- ״handenen Verbrecher und vorkommenden Verbrechen es den Juden so ״zweifellos überzeugend darthun, daß der. Erlöser und Erretter der ״Welt schon vor langer Zeit gekommen?!" — Die Stadt-Verwaltung, dje zugleich, da jetzt keine Juden in New- Port wohnen, die Aufsicht über die Synagoge hat, soll das alte Fremdenbuch weggcnouimen und ein neues ausgelegt haben, in dem der Wunsch an der Spitze steht: die Besuchenden mögen ihre Namen, keineswegs aber Bemerkungen, die für irgend Jemand verletzend sein könnten, eintragen. — Ich hatte um diese Zeit schon Newport verlassen, kann dieses daher nur als von Anderen vernommen berichten. Fast dürste cs überflüssig erscheinen, wenn ich noch hinzusüge, wie die meisten Inschriften im Fremdenbuche in englischer Sprache und nur von mir hier ins Deutsche übertragen sind. Und nun bitte ich den freundlichen Leser, mir ans dem vereinsamten בית הכנסת — Versammlungshaus — zu dem tobten בית חיים — Haus der Lebenden, Begräbniß -— zu folgen. II. Auf derselben — Touro-Straße, nur weiter hinauf, dem atlantischen Meere zu, ist auch der jüdische Gottesacker. — Bereits im Jahre 1677 kauften die Juden, einen Begräbnißplatz in Newport — wie im folgenden Artikel ausführlicher mitgetheilt werden soll —, doch konnte ich nicht einmal erfahren, wo derselbe gewesen. Der gegenwärtigc scheint bei Erbauung der neuen Synagoge— im Jahre 1762 —1 ebenfalls begründet worden zu sein; wenigstens habe ich keine ältere

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