Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Aus den Vereinigten Staaten
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 183 (sequence 3)
- Language
- German
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Aus dm vereinigten Staaten. 183 Seits eine kleine Erhöhung, zu der einige Stufen hinaufführen, angebracht: die sogenannte Junta in der portugiesischen Synagoge. Die Beerdigungsgeräthschasten u. dgl. befinden sich in einem Raume hinter der Synagoge; daselbst ist auch eine Treppe hoch ein geräumiges Zimmer, das zum Versammlungslocal der ehemaligen Gemeinde gedient haben soll. Zwei Fremdenbücher, die in der Synagoge ausliegen, zeigen von ziemlich starkem Besuche während der Scason. — Newport ist nämlich einer der bedeutendsten Seebadeorte America's, und wird währedd der Sommermonate besonders stark von Südländern besucht. — Mancher bedeutende Mann hat seinen Namen da eingetragen, so z. B. der Historiker Bancrost; dann sehr viele Ladies, Rcverends, Ministers und Rabbis. Von der Ignoranz vieler Juden in America — ich .sage nicht geradezu amerikanischer Juden, möglich daß diese Unwissenheit schon aus Europa mitgcbracht wurde — geben die mit jüdischer Currentschrist geschriebenen Namen טאררחי p צווי und יחעסקל בן מארדחי zwar ein sicheres Zeugniß; anderer Seits aber muß man sich jedoch des Selbst« gefühls freuen, das den Juden frei und offen als solchen auftreten läßt. Leider dürfte Aehnliches in Deutschland nur selten oder gar nicht Vorkommen. Ganz besondere Freude hat mir noch folgende Inschrift gemacht: The sons of Abraham! The only nobility of Earth whose letterspatent are ■mitten out and sealed of the Lord of Lords and King of Kings. Peter Schlemihl. Die Söhne Abrahams! der einzige Adel, dessen Patente geschrieben und besiegelt sind von dem Herrn der Herren und dem König der Könige. Peter Schlemihl. Einige Tage vor meinem Besuche in der Synagoge — es war im Sommer 1853 — hatten die englisch-amerikanischen Zeitungen aus meinem Vaterlande die Nachricht gebracht: wie in der ersten Kammer den Juden die Zulassung abgesprochen worden, und man daselbst sogar eine auch von Humboldt unterschriebene Petition dagegen kaum verlesen lassen wollte. — Die ganze Mitthcilung war offenbar —׳ da americanische Blätter sich: fast nie um deutsche Kammern viel kümmern und höchstens nur deren Eröffnung erwähnen — lediglich Humboldts wegen geschehen, der in America in jedem Hause gekannt und mit Hochachtung genannt wird. — Die Namen der hochadlichen Herren, die gegen die Zulassung der Petition gesprochen, waren auch gedruckt, aber so entstellt — man hatte sie gewiß sonst noch nie in America nennen gehört — daß ich dem Methodisten-Prediger,׳ der mir halb bedauernd halb höhnisch