Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zur Geschichte der jüdischen Religionsgespräche
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 18)
- Language
- German
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178 Zur Geschichte der jüdischen Religionsgespräche. solches Verbot ergehen. Des Abends als er sich auf dem Dach (dem obern Stocke) des Palastes befand, sah er von fern Rauch aufsteigen. Auf sein Befragen hieß es, ein Oberster habe sich unwohl befunden und er mußte lassen Feuer anmachen.. Siehe, sagte R. Josua, dein Befehl wurde schon bei deinem Leben nicht gehalten; und unser Lehrer Moses hat vor mehreren tausend Jahren befohlen ״ihr sollt nicht Feuer anzünden in eueren Wohnungen am Sabbattage", und sein Wort wird noch heute beachtet: und du dünkst dich größer zu sein als er? (Midrasch Ruth c. 3). — Auf Dke spöttische Frage Hadrians, aus welchem Gliede Gott den Menschen zuerst bei seiner Auferstehung werde hervorschießen lassen, antwortete R. Josua mit auf diesen Spott eingehender Ironie: aus dem Wirbelbein am Rückgrat, dieses verweset nicht (Wajikra rab. c. 18). — Auf die höhnische Bemerkung Hadrians, ״welch ein mächtiges Lamm, das sich unter siebenzig Wölfen erhalten will" (die Juden unter den Völkern), erwiderte R. Josua, sein Hirt ist mächtig, er rettet es und verscheucht jene (Midrasch Esther zu Ende). Wußte R. Josua dem Spotte mit treffender Antwort zu begegnen'), so war feine Rede sanft und beschwichtigend, wo es dem wirklich beunruhigten Gemüthe galt. Aquila der Proselyt — der bekannte Uebersetzer der h. Schrift — kam zu R. Elieser und sagte zu ihm: Es heißt in der Schrift ״er (der Ewige) liebt den Fremden, ihm zu geben Brod und Gewand" (5. B. M. 10, 11), was ist hieran Großes? Dieses fand ich auch als ich Heide war (Aquila war Statthalter von Pontus gewesen). R. Elieser fuhr ihn an: Ist in deinen Augen das zu wenig, um was der Urvater Jakob bat ״er möge mir geben Brod zur Speise und Gewand zur Bekleidung!" (1. B. M. 28, 20). Aquila ging hierauf zu R. Josua. Dieser merkte daß der Fragende nach höherem Gute strebe, dessen wünschte er möge der Proselyt theilhaft werden; und er antwortete ihm: ״Das Brod das dem Fremden versprochen wird ist die Lehre, da sie die eigentliche Lebensspeise; das Kleid: die Gebote die sich an das Kleid knüpfen, Schaufäden ff. Gott liebt den Fremden und erhebt ihn zu sich״ daß er das Beseligende der i) Manche ironische Antworten ׳finden sich auch auf mehrere Hm zu Alexandrien vorgelegle Fragen, vgl.!Nidda 70.; da aber die Fragenden Juden waren, so gehören diese Gespräche in ein anderes Bereich. .