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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 5 · p. Seite 176

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 5
Article
Zur Geschichte der jüdischen Religionsgespräche
Date
1855-01-01
Page
Seite 176 (sequence 16)
Language
German
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176 Zur Geschichte der jüdischen Religiousgespräche. auch in dieses Zimmer. Woraus R. Gamaliel: siehe die Sonne ist nur eine der Myriaden Diener Gottes und ste verbreitet sich über die ganze Welt, wie denn erst die Gottheit selbst! (Synhedrin 39). — Auf eine spöttische Bemerkung: es heißt ״er zählt die Zahl der Sterne" dieses vermeinte der Fragende sei auch er im Stande, antwortete R. Gamaliel: Du weißt nicht die Zahl dessen was in deinem Munde (der Zähne), wie willst du die Zahl derer die im Himmel wissen! (das.)— Diese kurzen Antworten haben zuweilen unter ihrem unscheinbaren Aeußern eine ungemeine Tiefe. Jemand sagte zu R. Gamaliel, es gibt wohl einen Gott des Berges und einen Gott des Windes, und berief sich hierbei auf eine mißverstandene Bibelstelle. R. Gamaliel wies nach, daß nach dieser Jnterpretationsweise aus einer andern Schriftstelle zu folgern wäre, der Gott der das Ohr geschaffen habe nicht das Auge gemacht, also auch einen Gott des Ohres und einen Gott des Auges! Nun, auch dieses zugegeben, erwiderte Jener. Worauf R. Gamaliel: Und wenn der Mensch stirbt, warum hören Augen und Ohr zugleich in ihren Functionen auf, haben sich etwa diese beiden Götter mit einander hierüber verabredet? (das.). Wie bekannt liegt in diesem kaum zu bewerkstelligenden Consens ein ungemeiner Einwurf gegen den Polytheismus. — Jemandem, der ihn fragte warum Gott im Dornbusch erschienen sei, Fntwortete er: Wäre er in einer Fichte oder einem Feigenbäume erschienen, so würdest du ebenfalls nach einem Grunde hierfür verlangt haben. Möge dir also dieses genügen: Gott erschien im Dornbusch um zu zeigen, daß die ganze Erde, auch dieses niedrige Gesträuch, der Sitz seiner Herrlichkeit sei (Bamidbar rab. c. 12). R. Gamaliel scheint auch über die Fortdauer nach dem Tode mit heidnischen und christlichen Gegnern häufig Besprechungen gehabt zu haben. Ein vornehmer Römer fragte ihn: Ihr behauptet die Todten werden wieder aufleben, aber sie sind doch zu Staub geworden? Die Tochter dieses Römers bat den R. Gamaliel an seiner Stelle antworten zu dürfen. ״Der Mensch wird noch aus unzureichenderm Stoffe als dem Staube geboren, so kann er wohl auch aus ihm wieder aufleben" (Synhedrin 90). — Einige Bekenner des Christenthums verlangten (wie es der Zusammenhang das. zeigt) von R. Gamaliel aus der Schrift einen Beweis für die Fortdauer nach dem Tode. R. Gamaliel versuchte einige Beweisführungen,

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