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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1855-01-01 · Heft 5 · p. Seite 174

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 5
Article
Zur Geschichte der jüdischen Religionsgespräche
Date
1855-01-01
Page
Seite 174 (sequence 14)
Language
German
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174 Zur Geschichte der jüdischen Religionsgespräche. Würden aus dem Verbleiben ihrer Götter auf deren Wahrhaftigkeit schließen (Aboda sara 54). Es wird auch über den eigentlichen Hergang dieses Gespräches in ausführlicherer Weise berichtet. Ein Philosoph fragte R. Gamaliel: Es heißt ״Dein Gott ist ein eifervoller Gott": warum läßt er seinen Eifer an jenen die die Götzen anbeten und nicht an den Götzen selbst aus? Worauf R. Gamaliel: Ich will Dir ein Gleichniß erzählen. Ein König hatte einen Sohn, dieser zog einen Hund groß und benannte ihn mit den Namen des Vaters: auf wen wird wohl der König zürnen, auf den Hund oder auf den Sohn? Wie, sagte Jener, Du nimmst den Hund zum Gleichniß, während doch meine Gottheit eine große ist: ein Feuer brach aus in unserer Stadt und legte sie in Asche, nur der Tempel jener Gottheit blieb verschont. Auch hierüber will ich Dich durch ein Gleichniß aufklären, erwiderte R. Gamaliel. Einem König wurde eine Provinz untreu: gegen wen wendet er feine Waffen, gegen die Todten oder gegen die Lebenden? Auf die fernere Frage, wenn die Gottheiten als todt zu betrachten seien, warum vernichtet sie nicht der Herr, erfolgte die obige Antwort, es werden doch auch Sonnest, angebetet (das.). — Daß übrigens Philosophen als Verfechter des Göttereultus auftreten ist historisch begründet. Das alte sinnlich-plastische Götterwesen hatte sich überlebt; durch fortgeschrittene Speculationen und sich verdrängende Philosopheme einerseits, durch eine die Genüssebis-auf ihre Hefen ausleerende Uebersättigung andererseits war ein natürlicher Ekel an den die Sinnlichkeit repräsentirenden Göttern Hella's eingetreten; und mit Schrecken nahmen die Bessern wahr, wie die Tiefen des Unglaubens sich stets mehr öffneten und die Menge zu verschlingen droheten. Und doch war das Bestehen der Staaten oder eigentlich des einen Staates, der die damaligen gekannten Staaten in sich absorbirt hatte, Noms, zu sehr mit der vaterländischen Religion verknüpft, seine Institution so tief von deren Lehren, Dogmen und Functionen durchwebt, daß in dem Aufgeben des alten Cultus nothwendig der Untergang des Staates bedingt war. Das Streben der Denker war daher darauf gerichtet, die überkommene Götterlehre zu vergeistigen, die alten Formen mit neuen Ideen und Ansichten zu schwängern und den Sagen eine höhere Deutung unterzulegen. Bemerken wir beiläufig, daß wir nun an der Schwelle der den Neuplatonismus bezeichnenden

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