Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zur Geschichte der jüdischen Religionsgespräche
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 172 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829178-2829184-2853727--02273-2853748- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
172 Zur Geschichte der jüdischen Religionsgespräche. andere Herätiker. Hervorzuheben sind die Controversen über die Bestimmung des Tages, an welchem der Omer (3. B. M. 23, 10) darzubringen sei und die hiermit zusammenhängende Bestimmung des Wochenfestes (Menachot 65); ferner über die Erbfolge, die die Sadducäer nur zum Theile in absteigender Linie anerkannten und sie auch auf die Seitenlinie übertragen wollten (Baba batra 115). Die Gründe die die Sadducäer vorbrachten sind gröstentheils sehr schwach. Andere Gespräche (Jadajim 1, 6 ff.) beziehen sich auf einzelne Verordnungen. — Aus dem Gespräche des R. Jochanan den Saccai mit einem römischen Kriegsobersten — CenturionenP— gehet hervor, daß die Schrift auch von Nichtjuden aufmerksam gelesen wurde. Jener rügte nämlich den Widerspruch Numer. 3, ■30, wo die Gesammtzahl der Erstgebornen der Lewijim 22,000 angegeben wird, mit den das. V. 22. 28. 34 angeführten Einzelzahlen, die zusammen 22,300 machen. 9t. Jochanan erwiderte hieraus, 300 dieser Lewijiin waren selbst Erstgeborne, und da die Ausnahme ihrer Anzahl vorzüglich zum Zwecke der Lösung für die Erstgebornen der Kinder Israels, für die je ein Lewi einzntreten Hatte, geschehen war (vgl. das. N. 40 ff), der erstgeborne Lewi aber sich selbst zu lösen hatte, so konnten diese drei Hundert nicht in der Gesammtzahl mitgerechnet werden. — Dieser Römer konnte sich auch in der Exod. 38, 26. 27 angeführten Berechnung nicht zurecht finden, und wurde von R. Jochanan wegen des vermeintlichen Widerspruches belehrt. Wie nun R. Jochanan ben Saccai nach innen so traten seine jüngern Zeitgenossen R. Gamaliel (aus Jabne) und R. Josua ben Chananja, der sein Schüler, gegen außen als Vertheidiger des Glaubens auf. 9t. Gamaliel war aus dem feingebildeten Hause Hillel's, das ein Jahrhundert während des Tempels den Präsidentensitz des Synhedriums eingenommen hatte, den er selbst nach dem Tode des R. Jochan. b. Saccai bestieg. Von seinem Ahnherrn Hillei führen wir als in dieses Bereich einigermaßen gehörend Folgendes an: Ein Heide kam zu ihm mit den Worten, er wolle wohl Proselyt werden, nur müsse er das Gesetz während er auf einem Fuße stehe (in der kürzesten Zeit) erlernen. Von Schammai, an den er dieses 5) Berachot 5. Es heißt das. NVN קוגטרוקוס (nach Aruch h. v. קונטרוקום ד״גפוץ), Dieses קוגטרוקזס ifi wahrscheinlich verschrieben für קוטמנוס.